Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland

    Sparen auf Teufel komm raus

    Universität des Saarlandes

    Sparen auf Teufel komm raus

    Keine Frage, wir alle wissen, welch hohe Last die Landesregierung der Universität mit ihren Sparbeschlüssen auferlegt hat. Was uns viel mehr bewegt ist die Art, wie man spart.

    Dass die Personalkosten einen großen, um nicht zu sagen den größten, Ausgabenposten an einer Universität darstellen, weiß jeder. Bildung, eines unserer höchsten Güter, gibt es nicht umsonst und die damit verbundenen Ausgaben zur Bewältigung der anfallenden Aufgaben entstehen nun mal. Also schaut man dort zuerst hin. Die Landesregierung macht es sich an dieser Stelle zu einfach. Man kann nicht auf der einen Seite hingehen und sagen: „Ihr müsst sparen“, andererseits die Frage des „Wie“,  gänzlich auf die Universität abladen. Fragt man unsere Abgeordneten der Landesregierung nach Lösungsvorschlägen, fällt immer wieder das geflügelte Wort vom intelligenten Sparen. Dabei gibt es selbstverständlich, aus Sicht unserer Politiker, einige Dinge zu beachten. Betriebsbedingte Kündigungen sind ausgeschlossen – die passen ein Jahr vor den Landtagswahlen nicht ins politische Bild. Zudem haben die Personalräte da auf eine Vereinbarung zum Ausschluss solcher Kündigungen gedrungen, und die Universität hat auch eine abgeschlossen. Dies schützt allerdings in keiner Weise die vielen befristet Beschäftigten. Ganz im Gegenteil, hier, muss man befürchten, wird der Hebel angesetzt. Selbstverständlich darf es auch keine gravierenden Kürzungen des Lehrangebots geben. Wo kämen wir da hin?

    Die Frage des „Wie sparen wir denn?“ beantworten unsere Politiker etwa so:

    Man müsse ja nur etwas genauer hinsehen und nach Einsparmöglichkeiten suchen, es gäbe da genug. Das Wo bleibt zumeist unbeantwortet. Auf keinen Fall wollen die Damen und Herren an Forschung und Lehre sparen.

    Und darum hat man dann doch noch etwas anderes gefunden. 

    Die Präsidialverwaltung der Universität sei viel zu groß“ hört man.

    Auf Nachfrage, wer oder was damit gemeint ist, heißt es:

    Natürlich die gesamte Zentrale Verwaltung.“

    Die ersten Maßnahmen sind hier nun beschlossen, und das Ergebnis ist ernüchternd. Die Universität spart nun in der Zentralen Verwaltung auf Teufel komm raus. Bis zum Jahr 2020 soll hier eine Einsparquote von 20 %, eine der Forderungen der Landesregierung, erreicht werden. Dies bedeutet unter anderem einen Wegfall von 30 VZÄ (Vollzeitäquivalenzen) bis zu diesem Zeitpunkt. Keine Wiederbesetzung von Stellen, nur noch jede dritte frei werdende Stelle wird nach besetzt, der Wegfall befristeter Arbeitsverhältnisse, eine deutliche Verschlechterung des Service – dies sind die Konsequenzen aus den Überlegungen der Universitätsleitung. Wundern Sie sich nicht, wenn Sie in Zukunft niemanden mehr erreichen, keiner da ist, der sich darum kümmert. Alles ganz normal. Wir müssen halt sparen.

    Auf Nachfrage wer die Arbeit dieser Beschäftigten übernehmen soll, wurde bis jetzt noch keine Aussage gemacht. Aber auch in allen anderen Bereichen werden Stellen abgebaut. Auch hier gibt es keine Aussagen wie die Arbeit bewältigt werden soll. Nach eigenen Berechnungen muss die Uni bis 2020 rund 140 Millionen Euro einsparen.  Bei einer solch planlosen Sparpolitik ist zu befürchten, dass auf die Gesundheit der Mitarbeiter weiter keine Rücksicht genommen wird. Schon jetzt sind vermehrt Kolleginnen und Kollegen aufgrund von Überlastung und der damit zwangsläufig folgenden Demotivierung oder sogar aufgrund von Mobbing krank geworden.

    Ach ja, wozu brauchen wir denn auch noch einen Botanischen Garten, da bieten wir doch schon seit Jahren keine Lehrveranstaltungen zu an. Also weg damit. Zu hohe Kosten – kein Ertrag, zumindest kein messbarer. Da zeigt sich deutlich die gesamte Problematik. Was nichts einbringt, taugt nichts.

    Bei der Landesregierung ist man auf diesem Ohr taub. Mehr Geld gibt es nicht und basta. Man könne ja punktuell über Nachbesserungen verhandeln, fragt sich nur über welche.

    Die Saarländische Landesregierung hat generell eine merkwürdige Art zu sparen. Bauskandale kosten den saarländischen Steuerzahler womöglich weit über 40 Millionen Euro, für drei Viertel dieser Kosten muss das Land in jedem Falle gerade stehen. Der Vierte Pavillon des Saarlandmuseum kostet jetzt 39 Millionen statt ursprünglich neun Millionen. Instandhaltungskosten für den seit April 2014 leer stehenden Pingusson-Bau (ehemaliges Kultusministerium an der A 620), schlagen mit 168 000 Euro zu Buche. Nach Angaben der Landesregierung entstehen hier Kosten von 8000 Euro pro Monat. Die verspätete Weitergabe einer Steuer CD bei der Steuerfahndung schlägt sich mit 200 000 Euro nieder.

    Die Fußballfans in Saarbrücken trifft die Sparpolitik besonders hart. Die mit 16 Millionen Euro veranschlagte Sanierung des Saarbrücker Ludwigsparkstadions wird jetzt doch 4 Millionen teurer und kostet jetzt nur noch 20 Millionen. Nach Angaben der Landeshauptstadt hat Innenminister Klaus Bouillon (CDU) Oberbürgermeisterin Charlotte Britz (SPD) kürzlich schriftlich mitgeteilt, die Übernahme der Mehrkosten von vier Millionen Euro „wohlwollend prüfen“ zu wollen schreibt, die Saarbrücker Zeitung.

    Wir meinen:

    Hier wird nicht gespart! Hier wird auf dem Rücken von Kolleginnen und Kollegen eine Umverteilung  bzw. eine Verschwendung betrieben die ihresgleichen sucht.

     

     

     

     

     

     

    Liebe Kolleginnen und Kollegen, zum Aufbau eines Informationsmailverteilers benötigen wir von allen Gewerkschafts-Mitgliedern und Interessierten eine aktuelle Mailadresse.

    Diese können sie bei Ihrer Personalvertretung melden.

     

     

     

     

    V.i.S.d.P.:   Peter Schmitt, Fachbereichsleiter

    Fachbereich Bildung Wissenschaft Forschung in ver.di Bezirk Region Saar Trier