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    Aktionswoche „Gute Löhne – gute Rente“

    Aktuelle Erhebung: fast jeder zweite verdient in Rheinland-Pfalz und im Saarland weniger als 2.500 Euro

    19.06.2017
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    ver.di startet Aktionswoche „Gute Löhne – gute Rente“
    Aktuelle Erhebung: fast jeder zweite verdient in Rheinland-Pfalz und im Saarland weniger als 2.500 Euro
    Michael Blug: „Beschäftigte beider Bundesländer sind von Altersarmut besonders betroffen“

     
    41,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Rheinland-Pfalz, sowie 41,8 Prozent im Saarland haben ein Bruttoeinkommen von unter 2.500 Euro. Damit sind die Werte in beiden Ländern deutlich schlechter als im Westdeutschen Schnitt. Bundesweit liegen beide Länder jedoch besser, bedingt durch das schlechte Abschneiden der ostdeutschen Bundesländer. Das geht aus einer Datenauswertung des Eduard Pestel Instituts für Systemforschung im Auftrag der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hervor. „Der Wert an Niedrigverdienern ist in beiden Ländern extrem hoch und hat negative Wirkung auf die Rentenerwartungen“, sagte Michael Blug, ver.di Landesbezirksleiter „Rheinland-Pfalz-Saarland“ bei der Vorstellung der Zahlen am Montag (19. Juni 2017) in Mainz. Während 41,7 bzw. 41,8 Prozent in den Ländern ein Einkommen unter 2.500 Euro beziehen, kommen in Rheinland-Pfalz 16,7 Prozent und im Saarland 15,8% auf höchstens 1450.- Euro Bruttogehalt. Ein Städtevergleich/Kreisvergleich: In der Region Westpfalz verdienen 46 Prozent weniger als 2.500 Euro, In der reicheren Rhein-Nahe-Hunsrück sind dies 42 Prozent.

    Rechnet man zu den Gesamtzahlen auch noch die tausenden Minijobber im hinzu, verdienen in Rheinland-Pfalz als auch im Saarland noch mehr Beschäftigte weniger als 2.500 Euro brutto. Darunter fallen auch alle diejenigen, die nicht mehr als den gesetzlichen Mindestlohn und damit nur 1.450 Euro brutto im Monat verdienen. Sie erzielen damit keinen eigenen Rentenanspruch oberhalb der Grundsicherung. „Vor allem der wachsende Niedriglohnsektor hat eine negative Wirkung auf das Lohnniveau und folglich auf die Rentenerwartung“, sagte Michael Blug, Landesbezirksleiter Rheinland-Pfalz-Saarland.

    Bei einem bereits heute umgesetzten Rentenniveau von nur noch 43 Prozent, das 2030 gesetzlich droht, würden weite Teile der Verdienstgruppe unterhalb von 2.500 Euro bei der Rente auf oder nah an das Grundsicherungsniveau kommen, trotz 45 Beitragsjahren. „Diese Rentenerwartungen sind armutsgefährdend für weite Teile der Bevölkerung, auch der Mittelschichten. Diejenigen, die nur auf 40 oder gar 30 Beitragsjahre kommen, und das sind wegen der Erziehungszeiten vor allem Frauen, rutschen definitiv auf Hartz-IV-Niveau“, warnte Blug.

    Aus den Zahlen geht hervor, dass 62 Prozent der Frauen im Westen und 68 Prozent der Frauen im Osten weniger als 27.500 Euro im Jahr verdienen und damit, auch wenn sie 45 Jahre lang einzahlen, nah an oder unter die Grundsicherungsgrenze rutschen würden. „Da droht millionenfache Altersarmut, wenn es keinen Kurswechsel in der Rentenpolitik gibt“, so der Vorwurf des Landesleiters. Dass eine andere Politik möglich sei, zeige ein Blick über die Grenze: Österreich habe in den 2000er Jahren die Teilprivatisierung der Rente nicht mitgemacht. „Statt die Bevölkerung zum Riestern aufzufordern, hat die österreichische Politik die gesetzliche Rente ausgebaut“, sagte Blug. Das Ergebnis: Die gesetzliche Rente ist im Durchschnitt über 500 Euro höher als in Deutschland. „Eine andere Rentenpolitik ist möglich. Auch bei uns. Es braucht aber den politischen Willen dazu“, so Blug.

    Während SPD, GRÜNE und Linke Änderungen des Rentenkurses vorsähen, gehe die Union mit einem „Weiter so!“ in die neue Legislaturperiode. „Die Union nimmt damit billigend in Kauf, dass das Rentenniveau auf 43 Prozent sinkt, bei freiem Fall nach 2030“, so die Stellvertretende Landesbezirksleiterin Christine Gothe. „Das ist verantwortungslos! Mit einem „Weiter so!“ in der Rentenpolitik droht eine Delegitimierung des gesetzlichen Rentensystems. Deshalb brauchen wir einen Kurswechsel“, mahnte Gothe.

    Nötig seien die Stabilisierung der Rente auf dem jetzigen Niveau von 48 Prozent und eine schrittweise Anhebung auf etwa 50 Prozent. Wer nicht wolle, dass das Rentensystem zerbreche, müsse zudem den Bundeszuschuss in die Rentenkasse erhöhen und die Tarifbindung in Deutschland stärken. „Langfristig führen nur auskömmliche Löhne zu auskömmlichen Renten. Deshalb muss der Gesetzgeber dafür sorgen, dass die Tarifflucht der letzten Jahre aufhört. Sie darf sich für Unternehmen nicht mehr rechnen“, forderte Blug.


    Ansprechpartner für Rückfragen:
    Matthias Günther, Diplom-Ökonom, Pestel Institut, Tel.: 0511 – 990 94 – 20

    Weitere Infos sowie die Ergebnisse der Datenerhebung finden Sie im Netz unter: rps.verdi.de/presse (im Downloadbereich dieser Meldung)

     

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    V.i.S.d.P. sowie V.i.S.d.TMG Dennis Dacke
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