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    Gute Qualität in Kitas hat ihren Preis

    Kita-Diskussion

    Gute Qualität in Kitas hat ihren Preis

    05.06.2014
    Kinder ver.di Kinder

    Der ausschließlich quantitative Ausbau der Kindertagesbetreuung aufgrund des Rechtsanspruchs für unter Dreijährige reicht nach Ansicht der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) nicht aus. Es seien zwar Bemühungen der Stadtverwaltung Mainz seien zu erkennen, den Ausbau der Kitas voranzutreiben. Angesichts des Fachkräftemangels und des Versäumnisses, die Rahmenbedingungen den gestiegenen Anforderungen anzupassen, müsse dies langfristig zu Lasten der Qualität gehen.

    „Wir sind nah dran an den Beschäftigten in den Kindertagesstätten“, so der zuständige Gewerkschaftssekretär Stefan Weinmann. Er hat in dieser Woche gemeinsam mit vielen haupt- und ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern alle Kindertagesstätten in Mainz besucht, auch um auf die ver.di -Unterschriftenaktion zur Verbesserung der Rahmenbedingungen für Kinder, Eltern und Personal hinzuweisen.

    „Wenn wir in die Kitas kommen, werden wir begrüßt mit: Wir haben keine Zeit“, so einer der Gewerkschaftskollegen. „Unser Antwort ist: Deshalb sind wir da! Schon sind wir im Gespräch.“ Die Aktionswoche, die ver.di bundesweit zum Thema Pause durchführt, wurde genutzt, die Kolleginnen und Kollegen direkt anzusprechen. Dabei wurde das erhebliche Ausmaß der Belastung der Beschäftigten in Kindertagesstätten deutlich.

    „Wir haben einen Bildungsauftrag, werden aber mit administrativen Tätigkeiten zugeschüttet. Dadurch und durch Personalausfälle werden wir unseren Kindern nicht gerecht“, so eine Kollegin, die namentlich nicht genannt werden will. Wenn sich die Gelegenheit ergab, Beschäftigte während ihrer  leider seltenen Pause zu erreichen, sprudelt es förmlich aus ihnen heraus: „Es fehlt an ausreichenden und ausgebildeten Küchenkräften, um die geforderte und von uns auch gewollte gesunde Ernährung sicherzustellen. Zeit und die technische Ausstattung, um Aktivitäten vor- und nachzubereiten. Die Unterstützung der Eltern muss oft auf der Strecke bleiben, da wir viel allein in der Gruppe sind. Das wirkt sich natürlich auch auf die Umsetzung des Bildungsauftrages aus.“

    Die gesundheitlichen Belastungen des Personals in den Kindertagesstätten ist extrem hoch, weiß die ver.di - Fachgruppenvorsitzende Angelika Spautz: „Es gibt zwar durch Personalräte und Mitarbeitervertretungen initiierte Ansätze, hier zu Verbesserungen zu kommen, aber vieles scheitert am Geld und an ausreichender Personalausstattung.“

    ver.di will bei dem Thema „qualitative Mindeststandards in Kindertagesstätten –für die Rechte der Kinder“ nicht locker lassen. Wer frühkindliche Bildung schätze und qualitativ hochwertige Arbeit in Kindertageseinrichtungen möchte, müsse dafür auch die Rahmenbedingungen schaffen, die die Kommunen in die Lage versetzen, diesen Auftrag zu erfüllen, dem Personal die Grundlagen bietet, die rheinlandpfälzischen Bildungs- und Erziehungsempfehlungen umzusetzen und den Eltern und Kindern die Sicherheit gibt, mit gutem Gefühl die Kita zu nutzen.