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    UKS: Die wilde 7 / Entlastung

    Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    UKS: Ultimatum erfolgreich beendet / Mahnwache wird abgesagt / Entlastungsverhandlungen gescheitert

    18.01.2018
    Grenzen setzen ist angesagt ver.di/Tom Körner Grenzen setzen ist angesagt

    Das Ultimatum der onkologischen Station M1-NCU, auch Station 7 genannt, des Universitätsklinikums des Saarlands (UKS) in Homburg ist erfolgreich beendet. Die Pflegekräfte einigten sich heute mit ihrem Arbeitgeber auf einen Kompromiss. Die Beschäftigten sagen alle geplanten Eskalationsmaßnahmen ab. Auch die 24stündige Mahnwache der sog. „Ultimativen Solidarität“ findet nicht statt.

    Die Station hatte eine personelle Ausstattung von 23 Vollzeit-Pflegekräften gefordert. Bei Nichterfüllung der Forderung drohten die Beschäftigten, nur noch „nach Vorschrift“ zu arbeiten. Dies sollte ab 01.02.2018 gelten. Dies hätte z.B. bedeutet, dass nur noch die geplante Arbeitszeit zu verrichtet worden wäre. Auch ein sog. „kommen aus dem Frei“ hätte es nicht mehr gegeben. Als das Ultimatum gestellt wurde, befanden sich 18,5 Vollzeitkräfte auf der Station. Der Arbeitgeber wird nun für eine Besetzung mit 21 examinierten Vollzeit-Pflegekräften und drei Medizinischen Fachangestellten sorgen. Ferner soll es einige organisatorische Verbesserungen geben. Im April will man die Maßnahmen überprüfen und bewerten.

    Die Pflegekräfte der Station haben diesen Vorschlag nach ausführlicher Beratung angenommen. Es gebe allerdings auch Zweifel, ob diese Maßnahmen ausreichen werde. Trotzdem wolle man sich darauf einlassen. Die Pflegekräfte hoffen auf eine schnelle Umsetzung der Maßnahmen, sowie eine ehrliche Überprüfung. Alle Eskalationsschritte werden abgesagt. Auch die geplante Mahnwache (26-27.01) in Homburg findet nicht statt. Die Pflegekräfte und ver.di bedanken sich bei den zahlreichen Unterstützerinnen und Unterstützern, die sich für die Wache angekündigten. „Diese Menschen zeigen die Wichtigkeit des Anliegens,“ sagt Michael Quetting und ergänzt: „Damit ist das achte Ultimatum im Saarland erfolgreich beendet worden.“

    Die am Nachmittag und Abend stattgefundene Vollversammlung der ver.di-Gruppe am UKS gratulierte den Kolleginnen und Kollegen der Station zu ihrem Erfolg, stellte aber für die gesamte Uniklinik weiterhin eine unerträgliche Personalsituation fest. Mit Enttäuschung wurde der Bericht der Tarifkommission für einen Tarifvertrag Entlastung entgegengenommen. Geschlossen wurde die Ansicht der Kommission geteilt, dass die Verhandlungen als gescheitert bewertet werden müssen. Die Uniklinikleitung sei nicht bereit, einen Tarifvertrag Entlastung abzuschließen. Damit sei die Prozessvereinbarung, die man noch kurz vor der Landtagswahl getroffen hatte, gebrochen worden.

    Die Vollversammlung sprach sich dafür aus, jetzt konkret den Arbeitskampf vorzubereiten. Die Tarifkommission erhielt den Auftrag die Forderungen für einen solchen Arbeitskampf zu konkretisieren. Besonders wichtig seien die Festlegungen von Soll- und Mindestzahlen für alle Bereiche mit entsprechenden Sanktions-Maßnahmen, wenn gegen diese Zahlen verstoßen wird. Außerdem dürfe es keine Alleinarbeit mehr geben. Angesichts der enormen Arbeitsverdichtung wird auch ein Gesundheitszuschlag in Form eines „materiellen Bonus“ diskutiert.

    Pressekontakt

    V.i.S.d.P. sowie V.i.S.d.TMG Dennis Dacke
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