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    100 Tage Pflegekammer

    Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    100 Tage Pflegekammer

    08.12.2016

    Die ersten 100 Tage der rheinland-pfälzischen Pflegekammer zeigen eindeutig, dass die Pflegekammer für die über 40.000 examinierten Pflegenden in Rheinland-Pfalz keinerlei positive Auswirkungen hat.

    „Es reicht nicht, dass die Kammer Problem beschreibt, die allen längst bekannt sind“, so Frank Hutmacher, zuständiger Fachbereichsleiter für das Gesundheitswesen in Rheinland-Pfalz.

    Die Kammer hat auch gar keine Möglichkeit, selbst wenn sie Lösungsvorschläge hätte, diese durch ihr Handeln umzusetzen.

    In den ersten 100 Tagen ging es der Pflegekammer wohl in erster Linie darum, für die großzügige Entschädigung der Vorstandsmitglieder zu sorgen sowie bisher nicht registrierten Kammermitgliedern Bußgeldbescheide bis zu 240 Euro zukommen zu lassen, sofern sie sich nicht in der Kammer registrieren.

    „Es ist schon ein fragwürdiges Vorgehen, wenn eine Kammer ohne Festlegung des von den Mitgliedern zu tragenden Beitrags erst mal die Entschädigung für ihre Funktionäre beschließt und danach über die nicht registrierten Pflegenden in Rheinland-Pfalz Bußgelder verhängt und droht dies per Zwangsvollstreckung einzutreiben“, so Frank Hutmacher.

     Viele Beschäftigte in der Pflege fragen sich, was ihnen die Kammer wohl bringt und warum sie Beiträge zahlen sollen, die sie noch nicht kennen.

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft fordert von den politischen Entscheidern nun endlich die dringendsten Probleme, wie die Belastungssituation der Pflegenden und die nicht ausreichende Personalausstattung in den Krankenhäusern und den Pflegeeinrichtungen anzugehen.

    ver.di fordert eine gesetzliche Personalbemessung. Daneben reden wir nicht nur über die Probleme sondern gehen sie konkret an. Wir werden in den Krankenhäusern Entlastungstarifverträge, notfalls auch mit Arbeitskampfmaßnahmen einfordern.

    Wir fordern vom rheinland-pfälzischen Landtag, dass es eine unabhängige, wissenschaftliche Überprüfung über Sinn und Nutzen einer Pflegekammer gibt und die Zwangsmitgliedschaft aller Pflegenden in Rheinland-Pfalz in der Pflegekammer aufgehoben wird.

    Bitte inhaltliche Rückfragen an die Landespressestelle richten