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    Solidarität mit Kobane

    Start des Autoren-Projekts für Frieden und Humanität

    Solidarität mit Kobane

    24.11.2014

    Der Vorsitzende des Schriftstellerverbands Rheinland-Pfalz in ver.di , Michael Landgraf, verfolgt über die sozialen Netzwerke die Arbeit des Bundesvorsitzenden Imre Törok, der im türkisch-syrischen Grenzgebiet mit anderen Literaten die Stimme gegen die Gewalt erhebt. „Das Leid, das Unmenschlichkeit und Krieg verursacht, kann gerade literarisch tätige Menschen nicht kalt lassen.“ Daher unterstützt der Landesverband Rheinland-Pfalz die Arbeit von Imre Török und hofft auf eine weite Verbreitung des Werkes „Die Saat des Krieges“. Imre Török hat bereits zugesagt, das Projekt und seine Arbeit auch in Rheinland-Pfalz vorzustellen.

    Imre Török ist in diesen Tagen Teilnehmer eines Friedensprojekts in der Türkei. Zusammen mit türkischen und kurdischen Autorinnen und Autoren war er am Tag der internationalen Solidarität mit Kobane in Sicht- und Hörweite dieses Krieges und des IS-Terrors. Die Autoren haben mit Flüchtlingen an der syrischen Grenze gesprochen und sie haben Flüchtlingscamps in der grenznahen Stadt Suruc besucht, um sich ein Bild von der Situation der Menschen auf der Flucht vor IS-Massakern zu machen. Initiatorinnen des Projekts „Kobane. For Peace and Humantiy. Solidarity with Kobane“ sind die Autorinnen Arzu Demir und Tekgül Ari in Ankara, Mitglieder des türkischen Schriftstellerverbands und des PEN.

    Auf Kundgebungen und in Veranstaltungen in türkischen Städten in der Osttürkei und bei Kobane haben Teilnehmer des Projekts eine Erklärung vorgetragen, in der es heißt, dass „wir in einer Zeit zunehmender kriegerischer Auseinandersetzungen und fürchterlicher Gewalt gegen die Zivilbevölkerung eine Entwicklung sehen, die schlimmer ist als Tod. Das Blut, das in Kobane vergossen wird, ist nicht nur das Blut der Kurden, sondern das Blut der Menschheit und Menschlichkeit“.

    Rund 40 Schriftstellerinnen und Schriftsteller werden literarische Texte für ein Buch verfassen, in dem sie den Opfern der Gewalt eine Stimme geben. „Die Saat des Krieges“ wird das Buch heißen, das ein türkischer Verlag bereits Anfang 2015 veröffentlichen wird.  Dieses Projekt will verdeutlichen, dass es nicht nur um Kobane geht, sondern wie in vielen Regionen der Welt um die Verteidigung von menschlichen Werten, die unabhängig von ethnischer und religiöser Zugehörigkeit und in allen Sprachen verteidigt werden müssen.  Nach dem Besuch in Flüchtlingscamps und Gesprächen mit Kommunalpolitikern sagte Imre Török: „Diese Lager und die KZs der Nazis haben dieselbe Ursache, nämlich den Faschismus. Rassismus, Barbarei, Massaker des IS müssen mit aller Entschiedenheit bekämpft werden. Unser Engagement als Schriftsteller ist ein Kampf um das Recht aller Menschen auf ein ehrwürdiges Leben“. Sätze, die in der Türkei ein breites Medienecho gefunden haben.

    „Der IS-Faschismus mordet nicht nur unsere Frauen und Kinder“, sagte ein älterer Mann, „er raubt uns auch die Worte. Es ist gut, dass ihr Schriftsteller den Opfern eine Stimme geben wollt“. Der VS-Vorsitzende Imre Török ergänzt: „Menschlichkeit, heute die gleiche wie gestern, bewegt sich in menschengemachten, dunklen Korridoren der Zeit. In einer anwachsenden Gewalt und Kriegen, die sich ständig ausbreiten, sehen wir Dinge, schlimmer als der Tod, und versuchen zugleich, menschlich zu bleiben. Während unsere Gedanken, unser Privatleben, unsere universellen  menschlichen Werte in verantwortungsloser Weise angegriffen werden, wird das Leben innerhalb der von den Mächtigen gesetzten Grenzen unerträglich. Das Ziel, die menschliche Rasse und Existenz lebendig zu erhalten, ohne zu trennen zwischen Rasse, Religion, Sprache und Geschlecht, sind leider nur Prinzipien auf Papier geblieben. Daher ist das Blut, das in Rojava vergossen wird, nicht nur das Blut kurdischer Menschen, sondern das Blut der Menschlichkeit. Allgemeine menschliche Werte, die von allen Nationen, Religionen, Glaubensrichtungen und Kulturen geschaffen wurden, werden  gewaltsam verletzt. Unser Kampf ist ein Kampf um das Recht der Menschen auf ein ehrwürdiges Leben.“

    Kontakt:
    Michael Landgraf
    0160 7699960