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    Marienhauklinik Ottweiler – Protest am 11.10

    Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    Marienhauklinik Ottweiler – Protest am 11.10. – Klinik hat Verhandlungen abgebrochen

    06.10.2017
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    Nachdem die Arbeitgeberseite einseitig die Entlastungs-Verhandlungen für beendet erklärt hat, ruft die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) die Beschäftigten der Marienhauklinik in Ottweiler zu einer Demonstration am 11.10. ab 16:30 Uhr durch Ottweiler auf.

    Für die Forderung „Mehr Personal für unser Krankenhaus“ rechnet ver.di auch mit starker Solidarisierung durch die Bevölkerung. Bundesweit zeigen auch andere Kliniken ihre Solidarität an. In einem Brief der ver.di-Betriebsgruppe an ihre Kolleginnen und Kollegen heißt es: „Die Arbeitsbelastung im Klinikalltag ist nicht länger hinnehmbar. Seit Anfang des Jahres haben wir deutlich vernehmbar das ausgesprochen, was sowieso alle wissen: wir brauchen mehr Personal. Wir haben demonstriert, eine aktive Mittagspause gemacht, Briefe an den Bischof geschrieben und vieles mehr. Verändert hat sich bisher nichts. Der Arbeitsalltag und die im Leitbild festgehaltenen Werte stehen im offenen Widerspruch.“

    „Gefordert werden bessere Arbeitsbedingungen, um Patienten eine würdevolle und menschliche Pflege zukommen lassen zu können,“ sagt Michael Quetting, zuständiger Gewerkschaftssekretär. Stress sei zum Dauerzustand geworden.  Resignation, gefährliche Pflege und vielfältige Gefährdung der Gesundheit seien die Folge. „Die Beschäftigten wollen unter solchen Bedingungen nicht mehr arbeiten,“ ergänzte Quetting.

    Im Saarland wurden deshalb die Krankenhäuser zu einem Tarifvertrag Entlastung aufgefordert. Nach zwei Warnstreiktagen kam es an der Uniklinik und bei der SHG zu Verhandlungen. Bei der Caritas in Saarbrücken und der Marienhausgruppe sollten Gespräche aufgenommen werden. Ein geplanter Streik wurde abgesagt, aber die Gespräche kamen nie richtig in Gang. Der Arbeitgeber wollte die Beschäftigten vor Ort nicht einbeziehen. Als diese sich dann hilfesuchend an den Bischof wandten, beendete der kirchliche Arbeitgeber den Gesprächsansatz.

    Die Überlastung in der Pflege ist ein bundesweites Problem, welches auch kirchliche Arbeitgeber betrifft. „Die Situation ist nicht nur in Ottweiler unerträglich. Im September haben überall in Deutschland Aktionen und Streiks für mehr Personal stattgefunden. Auch an der Berliner Charité wurde erneut gestreikt, jetzt wird erneut verhandelt,“ ergänzt Quetting.

    Seitens der Marienhaus Unternehmensgruppe wird behauptet, „dass Streiks in caritativen Einrichtungen … grundsätzlich unzulässig“ seien. Das ist so nach ver.di Auffassung nicht richtig.
    Zwar beanspruchen Kirchen für sich ein besonderes Arbeitsrecht. Doch das im Grundgesetz verankerte Streikrecht darf man Beschäftigten nicht nehmen. Dieses kann bei der aktuellen innerkirchlichen Organisation weder durch besondere Arbeitsverträge, noch durch das spezielle Kirchenrecht eingeschränkt werden. Das bestätigten auch das Bundesarbeitsgericht und das Bundesverfassungsgericht.  Ver.di hat den Dienstgeber Marienhaus erneut aufgefordert, sein Handeln zu überdenken. Wenn bis heute (06.10.) keine Verhandlungsbereitschaft vorliegt, können Arbeitskampfmaßnahmen nicht ausgeschlossen werden.

    Die Beschäftigten der Marienhausklinik bitten eindringlich die Beschäftigten aller saarländischen Krankenhäuser, aller Pflegenden im Land, aber auch die Bevölkerung um Hilfe und Solidarität. „Alleine sind wir zu schwach. Bitte kommt am 11.10. um 16:30 Uhr ans Krankenhaus in Ottweiler und demonstriert mit uns durch Ottweiler. Lasst uns nicht allein. Im Saarland heißt die Charité - Ottweiler.“ So der Appell des zuständigen Gewerkschaftssekretärs Michael Quetting.

    Sylvia Bühler, Bundesvorstandmitglied von ver.di hat sich bereits genauso angekündigt dabei zu sein, wie Dr. Josef Mischo, Präsident der saarländischen Ärztekammer.  Sprechen werden auch Vertreterinnen aus anderen Krankenhäusern. Beispielsweise aus Völklingen oder der Uniklinik in Homburg. Es werden Delegationen aus den Streikkrankenhäusern in Düsseldorf und Augsburg erwartet. Auch aus Tübingen hat sich eine kleine Gruppe angekündigt.


    "Kommen auch Sie! Komme auch Du!" Appeliert Quetting abschließend.

    Pressekontakt

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    Pressesprecher Rheinland-Pfalz-Saarland
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