Digitalisierung

    Betriebsbesuch: Stadtverwaltung Pirmasens

    Arbeit 4.0

    Betriebsbesuch: Stadtverwaltung Pirmasens

    Gruppenbild des Betriebsbesuchs Nina Bernhardt Betriebsbesuch Stadtverw. Pirmaens Gruppenbild

    Pirmasenser Stadtverwaltung - Immer mehr Vorgänge werden standardisiert

    Auch bei der Stadtverwaltung haben die Bürger die Möglichkeit Anliegen digital abzuwickeln. Dadurch verändern sich auch die Aufgaben der MitarbeiterInnen. Welche Chancen bietet das einer Stadtverwaltung und welche Risiken? Von den vielfältigen betroffenen Berufsfeldern innerhalb einer Behörde konnten sich ver.di und Sabine Bätzing-Lichtenthäler (Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz) in der Stadtverwaltung Pirmasens einen Eindruck verschaffen.

    Die Stadt Pirmasens übernimmt alle Verwaltungsaufgaben selbst – ein Outsourcing hat nicht stattgefunden. Doch auch viele MitarbeiterInnen der Stadtverwaltung sind von der Digitalisierung betroffen. Denn immer mehr Verwaltungsvorgänge werden standardisiert, wie beispielsweise der Lohnsteuerjahresausgleich, die Onleihe der Stadtbücherei oder die Terminvergabe beim Standesamt. Damit verbunden sind auch Veränderungen von Arbeitsplätzen. Dadurch geht einerseits der direkte Kontakt zu den Bürgern verloren. Andererseits wandeln sich auch die Anforderungen an die Mitarbeiter. EDV-Kenntnisse werden immer wichtiger. Deshalb setzt die Stadt Primasens auf zielgruppenspezifische Weiterbildungen ihrer MitarbeiterInnen. Auch andere Arbeitsbereiche werden von der Digitalisierung betroffen sein, was wird mit Mitarbeitern passieren, die den Veränderungen nicht gewachsen sind? Auch über diesen Aspekt der Digitalisierung muss man sich schon heute Gedanken machen.

    Der gläserne Mitarbeiter? Die Mitarbeiter des Baumkatasters zum Beispiel arbeiten mit mobilen Geräten, in dem sie von überall Zugriff auf die Daten des Baumkatasters haben. Aufträge werden digital zugewiesen. Jedes Gerät ist mit einem Geo-Informationssystem verbunden. Theoretisch kann überwacht werden, wo sich der Mitarbeiter gerade aufhält, was er macht und wie lange für die Bearbeitung der Kartei eines Baumes braucht. Auch für die MitarbeiterInnen der Abfallentsorgung könnten sich ähnliche Risiken anbahnen. Neuere Fahrzeuge sind mit Navigationssystemen ausgestatten, die ebenfalls über Geo-Informationssysteme gesteuert werden. Man könnte daraus theoretisch jederzeit ablesen, wo sich die MitarbeiterInnen gerade befinden. Gleichzeitig bieten diese Systeme aber auch die Möglichkeit die Wege der Touren zu optimieren und damit besser zu planen. Chancen und Risiken der Digitalisierung liegen auch in diesem Bereich nahe beieinander.

    Verwaltungen haben Zugriff auf hochsensible Daten der Bürger. Deshalb ist die Datensicherheit ein weiterer wichtiger Aspekt in Zeiten der Digitalisierung mit dem man sich auseinandersetzen muss. Welche Rahmenbedingungen braucht es, um mit der Dynamik der Entwicklung mitzuhalten? Auch damit wollen sich ver.di und Sabine Bätzing-Lichtenthäler

    in Zukunft beschäftigen, um Wandel der Arbeitswelt aktiv zu gestalten.