Digitalisierung

    Betriebsbesuch DHL Paketzentrum Saulheim

    Arbeit 4.0

    Betriebsbesuch DHL Paketzentrum Saulheim

    Gruppenbild der anwesenden Gäste Nina Bernhardt Betriebsbesuch DHL Saulheim Gruppenbild

    Nicht nur in der Adventszeit boomt der Online-Handel.

    Dies führt zu einer Flut an Paketen. Die fortschreitende Digitalisierung hat auch Auswirkungen auf die Mitarbeiter der DHL. Allein das Paketzentrum in Saulheim hat eine Sortierkapazität von maximal 32.000 Paketen in der Stunde und fertigt mehr als eine Millionen Pakete in der Woche ab. Um diese Menge zu bewältigen, werden Arbeitsabläufe automatisiert. Einen Einblick über die täglichen Herausforderungen konnten ver.di und Sabine Bätzing-Lichtenthäler (Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz) vor Ort erhalten.

    Besonders die Hallen- und Hoflogistik ist von den Automatisierungsprozessen betroffen. Kameras lesen die Autokennzeichen der ankommenden Fahrzeuge aus und ordnen die einzelnen Tore der jeweiligen Ladetour zu. Die Technisierung der Arbeitsabläufe verändert auch die Anforderung an die Mitarbeiter. Eine umfangreiche Ausbildung ist oftmals nicht mehr notwendig. Weiterbildung erfolgt in vielen Bereichen während des laufenden Betriebs.

    Scanner helfen dem Paketzusteller bei der Einsortierung der Pakete anhand der Fahrtroute, dadurch kann er seinen Wagen schneller beladen. Doch sie bergen auch das Risiko der Überwachung, denn so ist theoretisch jederzeit nachverfolgbar, wo sich der Fahrer gerade befindet. Viele Kunden wünschen sich, dass sie jederzeit online einsehen können, wo sich ihr Paket befindet und es gegeben falls kurzfristig an einen anderen Ort zustellen lassen können. Dadurch hat sich durch die zunehmenden technischen Möglichkeiten ein Spannungsverhältnis zwischen Kundenwünschen und Privatsphäreinteressen des Zustellers ergeben. Der Schutz des Persönlichkeitsrechts des einzelnen Mitarbeiters ist eine der Herausforderungen in Zeiten der Digitalisierung. Die DHL verzichtet auf das Real-Life-Tracking seiner Mitarbeiter.

    Die Auslieferung bleibt vor allem physische Schwerstarbeit: Klein, leicht und handlich oder zwei Meter lang oder Pakete mit einem Gewicht bis zu 31,5 Kilo – von allem ist etwas dabei. Dies kann zu gesundheitlichen Belastungen bei den Mitarbeitern führen. Das bedeutet auch der Gesundheitsschutz muss in Zeiten der Digitalisierung neu gedacht werden.