Aufstehn für die Pflege

    Für Transparenz: Kammer aufschließen

    Rheinland-Pfalz

    ver.di kandidiert für Pflegekammer

    „ver.di wird sich an der Wahl zur Vertreterversammlung der Landespflegekammer Rheinland-Pfalz beteiligen und dazu Listen aufstellen,“ dies teilte Silke Präfke, Präsidentin des ver.di- Pflegebeirates den Mitgliedern des Landesfachbereichsvorstandes der Gewerkschaft auf der letzten Sitzung mit.

    Silke Präfke privat Silke Präfke  – Silke Präfke ist Krankenpflegerin und Personalrätin. Sie ist Präsidentin des ver.di-Pflegebeirats und Mitglied der Vertreterversammlung der Pflegekammer Rheinland-Pfalz.

    Der Pflegebeirat will sich auf seiner Sitzung am 1. Februar 2020 mit den Formalitäten befassen und bittet alle Interessenten und Interessenten, die eine ver.di-Liste unterstützen wollen, sich bei dem Pflegebeauftragten Mchael.Quetting@verdi.de zu melden.

    Manche Kolleginnen oder auch Kollegen hoffen, die Probleme der Pflegeberufe durch die Errichtung von Pflegekammern lösen zu können. Die Gewerkschaft ver.di sieht die Errichtung von Pflegekammern aus einer Reihe von Gründen kritisch und hat sich mehrheitlich deshalb dagegen ausgesprochen. ver.di verkennt aber durchaus nicht, dass es auch Gewerkschaftsmitglieder gibt, die durch eine Kammer höhere Wertschätzung und verbesserter Einflussnahme erhoffen. In Rheinland-Pfalz hat der Gesetzgeber eine Pflegekammer geschaffen. „Deswegen gehen wir mit in Verantwortung und bringen unsere Fachkompetenz zum Nutzen für die Pflegeberufe ein,“ erklärt Silke Präfke, die Personalratsvorsitzende im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz ist und der Vertreterversammlung der Pflegekammer angehört.

    ver.di vertrete konsequent die Interessen der abhängig Beschäftigten, nicht nur in den Tarifauseinandersetzungen, sondern auch in der Berufspolitik, betont der Pflegebeirat der Gewerkschaft und Silke bringt es wie folgt auf den Punkt: „Ob im Betrieb oder auf der Straße, ob bei der parlamentarischen Anhörung oder in der gesellschaftlichen Debatte, ob als Betriebsrat oder als Mitglied der Vertreterversammlung der Landespflegekammer: Unsere Richtschnur ist klar und konsequent immer gemeinsam mit den angestellten Pflegenden. Daran kann man uns messen.“

    Deswegen müsse man einem rückwärtsgewandten Verständnis pflegerischer Arbeit widersprechen. Gewerkschaftlich organisierte Pflegekräfte wollen den ganzen Menschen und nicht nur seine Krankheit oder Einschränkungen sehen.

    Aktuell berichten die Massenmedien ver.di RPS Der Krankenpfleger Michael Quetting ist der ver.di Pflegebeauftragte  – Beim Kampf für einen Tarifvertrag Entlastung an der Unimedizin Mainz

    Im Zentrum der Pflegekammer steht der Schutz vor unsachgemäßer Pflege. Deswegen wurde eine Berufsordnung verabschiedet. Silke Präfke und ihre Kolleginnen aus der ver.di-Fraktion haben dieser nicht zugestimmt, weil ver.di eine Überwachung und Sanktionierung der Pflegekräfte, die sich tagtäglich unter widrigen Bedingungen um gute Pflege bemühen, befürchtet. Silke kündigt an, bei entsprechend anderen Mehrheiten in der Vertreterversammlung, eine neue Berufsordnung erarbeiten zu wollen.

    Der Pflegebeirat hat eine Pflegekonferenz für den 7. März einberufen. Dort will man insbesondere sich mit der Problematik „Ganzheitlichkeit in der Pflege“ befassen und auch ein Sofortprogramm für die Pflegekammer erarbeiten.

    Auf einer ver.di-Liste können die Kolleginnen und Kollegen kandidieren, die bereit sind, sich für Interessen der abhängig beschäftigten Pflegekräfte einzusetzen. Die normalen angestellten Pflegekräfte sollten dort mehr Gewicht bekommen, meint Silke Präfke und der Pflegebeauftragte Michael Quetting gleichermaßen. Im Zentrum dabei stünde die Transparenz.

    Inhaltlich ging es darum, alle Möglichkeiten zu nutzen, um mehr Beschäftigte in die Pflege zu bekommen. Dazu sei eine Personalbemessung nötig. Was die Pflegekammer selbst anbelangt, so trete ver.di für deutlich mehr Transparenz ein. Quetting sagt dazu: „Die Kammer muss endlich aufgeschlossen werden. Dazu muss dort mehr ver.di rein.“ Man werde eine soziale Beitragsstaffelung vorschlagen und erarbeite aktuell gerade an einem neuen Vorschlag. Auch wolle man die Pflichtmitgliedschaft abschaffen und auf eine Freiwilligkeit setzen.