Aufstehn für die Pflege

    Tour de Pflege kehrt zurück nach Mainz

    Fahrradtour durch Rheinland-Pfalz

    Tour de Pflege kehrt zurück nach Mainz

    Bildercollage mit verschiedenen Personen ver.di FB 03 RPS Tour de Pflege

    Vor einer Woche startete die Tour de Pflege durch Rheinland-Pfalz. Insgesamt 13 Kundgebungen führten die Pflegefachfrauen und Pflegefachmänner in dieser Woche durch, um für die Demonstration am 11. September in Mainz zu werben.

    Nach einer Protestkundgebung um 12:00 Uhr vor dem Heilig-Geist-Hospital Bingen, werden die Fahrradfahrer*innen um 15:30 Uhr wieder in der Landeshauptstadt erwartet. Auf der Schlusskundgebung wird u.a. auch Alexander Schweitzer, Minister für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung in Rheinland-Pfalz, der Vorsitzende des Gesundheitsausschusses im Landtag, Josef Winkler, Prof. Dr. Gerhard Trabert, der ver.di-Pflegebeauftragte Michael Quetting und andere Persönlichkeiten der Zivilgesellschaft sprechen. Die Sprecherin und Fachkinderkrankenschwester Julia-C. Stange wird sich bei den Tourfahrer*innen bedanken.

    Auf den Kundgebungen und in Gesprächen mit ihren Kolleginnen und Kollegen forderten die unermüdlichen Fahrradfahrer*innen unter anderem die unverzügliche Abschaffung der Fallpauschalen (Diagnosis Related Groups, DRG). Mitfahrende Hebammen kritisierten die Entwicklungen in der Geburtshilfe, die durch das DRG-System zugrunde gerichtet werde. Der Abbau von Kapazitäten und die Arbeitsbedingungen seien unerträglich geworden. Gefordert wurde mehr Anerkennung durch bessere Tarife, aber im Besonderen menschenwürdige Arbeitsbedingungen.

    Die Corona-Pandemie habe ans Licht geholt, „was seit Jahrzehnten falsch läuft“, erklärt die OP-Pflegerin Daiana Neher von der Unimedizin Mainz, auf deren Initiative die „Tour de Pflege“ gestartet wurde. Aufgrund der schlechten Bedingungen fänden sich immer weniger qualifizierte Menschen, die in den Pflegeberufen arbeiten wollten. Wegen der Personalnot müsse man allzu oft bei der Patientenversorgung Abstriche machen, schilderten die Pflegefachpersonen. Angesichts der Situation dürften die politischen Entscheidungsträger keine Zeit mehr verlieren. Deswegen wollen wir den Bundestagskandidatinnen und -kandidaten auf den Zahn fühlen. „Wir wollen nicht länger vertröstet werden. Wir brauchen Gesetze, die verbindlich eine gute Personalausstattung regeln und vor allem in der Altenpflege eine anständige Bezahlung garantieren – auch bei Arbeitgebern, die sich einer fairen Entlohnung und guten Tarifverträgen immer noch verweigern“, so Daiana Neher.

    ver.di-Pflegebeauftragter Michael Quetting fordert endlich die Strukturprobleme anzupacken. „Sonst wird es auf Dauer keine Entlastung geben. Immer noch ist das Gesundheitswesen auf Profitmaximierung und wirtschaftlichen Wettbewerb ausgelegt. Deswegen hatte Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) recht als er anlässlich der Gesundheitsministerkonferenz eine Revolution in der Pflege einforderte. Ich jedenfalls bin zu dieser Revolution bereit. Das heißt aber nicht nur verbal. Wir brauchen Taten. Und die werden nur erfolgen, wenn wir die Regierenden und Arbeitgeber dazu zwingen. Dazu muss Kombination die Pflegenden vereinen, deswegen bedarf es der Vernetzung und letztlich der Stärkung der Gewerkschaft“, so Quetting in seinem Resümee.