Aufstehn für die Pflege

    Jetzt reicht`s

    Unimedizin Mainz

    Unimed Mainz ist Problembezirk

    ver.di will die Mehrheit zur Unterstützung

    "Sie betreten jetzt den Problembezirk. Hier herrschen schlechte Arbeitsbedingungen, zu geringer Lohn und zu wenig Personal." So klingt es am 19. Juni um 14:00 Uhr aus den Lautsprechern der ver.di vor der Unimedizin Mainz. Etwa 200 Kolleginnen und Kollegen haben sich vor dem Haupteingang versammelt. Ein großes Transparent fordert Aufwertung. 

    Problembezirk Unimedizin ver.di RPS Problembezirk Unimedizin
    Silke Bunse ist Hebamme ver.di RPS Silke Bunse spricht

    Kolleginnen und Kollegen ergreifen das Wort. Sie berichten ganz konkret von ihren Arbeitsbedingungen. Sie wollen Veränderung. So meint der krankenpfleger Klaus Behrens, dass es endlich an der Zeit sei aufszustehen. Die Hebamme Silke Bunse spricht den Demonstranten aus dem Herzen als sie genau schildert, wie die Arbeitsbedinungen zu ständiger Ünerlastung führen. Dienste ohne Pausen werden immer mehr zur Regel. Eine Anleitung der Auszubildenden sei kaum noch gewährleistet. Beifall gibt es für ihre Äußerung, als sie ihr Gefühl zum Ausdruck bringt, dass "wir in unserer Not nicht gehört und nicht ernst genommen werden." Sie wünsche sich mehr Respekt vom Vorstand und auch von der Politik.

    Problembezirk UMM ver.di RPS Der UMM-Bereich wird abgesperrt.

    Ähnlich konkret sind auch die anderen Redebeiträge. Unter den Demonstranten steht auch Frank Hutmacher, der Verhandlungsführer von ver.di. Er meint, das gebe der Verhandlungskommission Kraft und Mut. Schon am Vortrag hatten die Auszubildende in der Innenstadt lautstark demonstriert. Insbesondere fordert man für jene Gesundheitsberufe, für die es keine Ausbildungsvergütung gibt, diese endlich in den Tarifvertrag auch zu berücksichtigen.

    “Die Universitätsmedizin Mainz muss ein attraktiver Arbeitgeber sein. Dafür muss sie ihren Beschäftigten ein attraktives Angebot machen. Für ihre anspruchsvolle, engagierte und oft auch sehr belastende Arbeit haben die Beschäftigten bei der Universitätsmedizin Mainz eine gute Bezahlung verdient”, sagt Frank Hutmacher.

    ver.di fordert in der anstehenden Tarifunde 6%, mindestens aber 200 Euro monatlich mehr Entgelt. Examinierte Pflegekräfte sowie Hebammen sollen eine zusätzliche, monatliche Zulage zwischen 350 und 400 Euro erhalten. Die Ausbildungsvergütung soll um monatlich 120 Euro steigen. Für die Auszubildenden der Gesundheitsfachberufe, wie Diätassistenz, Logopädie, Physiotherapie und Medizinisch Technische Assistenten fordert ver.di eine Ausbildungsvergütung einzuführen. Bislang erhalten die Auszubildenden in diesen Berufen keine Ausbildungsvergütung. Daneben sollen die Kosten für das Jobticket von der Unimedizin übernommen werden. Die Forderungen sollen rückwirkend zum 01.01.2019 umgesetzt werden. Die Laufzeit soll 12 Monate betragen.

    Frank Hutmacher im Gespräch ver.di RPS Frank Hutmacher im Gespräch

    Die Unruhe im Klinikum ist groß.

    Die Teamdelegierten haben gemeinsam ene Petition "Jetzt reicht´s!" auf den Weg gebracht. Vor der Aufnhame der Tarifverhandlung am 27.6.19 möchte man sich sicher sein, dass diese von der Mehrheit der Kolleginnen ud Kollegen unterstützt wird. Das ist aktuell das Thema an der Unimedizin. Dort heißt es: "Wir, die Beschäftigten der Universitätsmedizin Mainz, fordern höhere Gehälter und mehr Personal. Wir arbeiten Tag für Tag am Limit. So, wie es jetzt ist, darf es für uns zbd unsere Patient*innen  nicht weitergehen. Wir lassen nicht locker, bis wir das bekommen, was uns zusteht: Respekt, deutlich mehr Geld und gute Arbeitsbedingugen."