Aufstehn für die Pflege

    200 Jahre Florence Nightingale

    Tag der Pflegenden 2020

    Von Mainz bis Saarbrücken selbstbewusst

    Zum Tag der Pflegenden machten Beschäftigte der Kranken- und Altenpflege im ganzen Land deutlich, dass sie nicht nur Applaus erwarten, sondern auch grundlegende Verbesserungen.

    Trotz und wegen der Corona-Pandemie sind auch am diesjährigen 12. Mai Beschäftigte aus dem Gesundheitswesen in vielen Städten zum Tag der Pflegenden auf die Straße gegangen. Selbstverständlich unter Beachtung des Abstandsgebots haben sie deutlich gemacht, was sie erwarten: dass Arbeitgeber und politisch Verantwortliche nicht nur klatschen, sondern endlich handeln.

    Mit gleich mehreren Aktionen hatte die Gewerkschaft ver.di am Internationalen Tag der Pflegenden, am 12. Mai 2020, ihrer Forderung nach Aufwertung und Entlastung, Nachdruck verleihen. Aktuell wurde die Zahlung einer Sonderprämie von 1.500 Euro für alle systemrelevanten Berufe gefordert.

    Früh fingen die Gewerkschafter um 5:00 Uhr an der Unimedizin in Mainz an, es gab in zahlreichen Krankenhäusern und auch Altenpflegeeinrichtungen Aktionen. Großes Aufsehen erhielt die Kundgebung vor der Staatskanzlei in Saarbrücken mittags um 12 Uhr.

    SWR, Deutschlandradio, SR und Zeitungen berichteten, auch in der Tagesschau wurde von Protestaktionen der Pflege berichtet. Selbstbewusst haben wir unsere Forderungen vorgetragen.

    Unimedizin Mainz um 5:00 Uhr ver.di 03 Unimedizin Mainz um 5:00 Uhr
    Aktivistin in Corona-Zeiten ver.di 03 Aktivistin in Corona-Zeiten
    Einsatz in Mainz ver.di 03 Krankenhaus statt Fabrik war das Motto

    Der Landesfachbereichsleiter des Bereiches Gesundheit, soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen, Frank Hutmacher und die ehrenamtliche Vorsitzende des Landesfachbereichsvorstandes, die Krankenpflegerin Susanne Reimer-Jahr, haben mit 21 anderen Pflegekräften aus verschiedenen Einrichtungen während der Ministerratssitzung um 12:00 Uhr vor der Staatskanzlei des Saarlandes auf dem Saarbrücker Ludwigsplatz ihren Protest „Coronagerecht“ vorgetragen. Jeder Kundgebungsteilnehmer stand für einen Buchstaben des Satzes WIR SIND SYSTEMRELEVANT. Und die 21 Personen symbolisierten ferner die Akut-Krankenhäuser im Saarland.

    Die Gesundheitsministerin Monika Bachmann hatte die Ministerratssitzung verlassen und stand zu den Forderungen Rede und Antwort. Sie bedankte sich ausdrücklich für die Arbeit der Pflege in den vergangenen Wochen. Sie erklärte, dass sie sich dafür einsetzen will, dass die Prämien für die Altenpflege um ein Drittel erhöht werden. Sie sei aber noch in Verhandlungen. Für die Krankenpflege sehe sie im Moment noch keine Möglichkeit. Dies führte zu einigem Unmut.

    Am 12. Mai 2020 jährte sich zum 200. Mal der Geburtstag von Florence Nightingale, der Begründerin der modernen Krankenpflege und einflussreiche Reformerin des Sanitätswesens und der Gesundheitsfürsorge. Deswegen hat die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Jahr 2020 zum weltweiten Jahr der professionell Pflegenden und Hebammen erklärt.

    Landesleiter Michael Blug, der auch in Saarbrücken seine Solidarität bekundete, forderte alle Beschäftigte in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen regelmäßig auf eine Infektion mit dem Coronavirus zu testen. „Dafür müssen die Testkapazitäten massiv ausgeweitet werden und die Testung des Gesundheitspersonals Priorität haben. Die Quarantänezeit sollte wann immer möglich die vollen 14 Tage andauern. Beschäftigte, die zu Risikogruppen gehören, dürfen nicht in der direkten Versorgung von Covid-19-Patient*innen eingesetzt werden“, so der ver.di-Landesleiter.

    Aktion im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz ver.di 03 Aktion im Bundeswehrkrankenhaus in Koblenz
    Die BG am UKS hatte am Freitag zuvor schon den Bundesminister Spahn zur rede gestellt. ver.di 03 Mit dabei die Betriebsgruppe am Uniklinikum des Saarlandes
    Am Tag der Pflegenden in Zweibrücken ver.di 03 Vor dem Nardini Krankenhaus in Zweibrücken
    • Seite
    • 12