Aufstehn für die Pflege

    Loreley-Kliniken erhalten

    Kliniksterben

    Rettungsplan für Loreley-Kliniken

    Auf einer Veranstaltung am 7. November in der Rheinfelshalle Sankt Goar hat der ver.di-Pflegebeauftragte Michael Quetting einen 5-Punkte Rettungsplan für Loreley-Kliniken vorgeschlagen.

    ver.di setzt sich auch für ein zweites Gutachten ein, notwendig sei aber kein wirtschaftliches Gutachten, „sondern ein Gutachten zur Grundversorgung der Menschen im Rhein-Hunsrück-Kreis unter der besonderen Berücksichtigung der überregionalen Bedeutung der konservativen Orthopädie," betonte der Pflegebeauftragte.

    Loreley-Kliniken müssen bleiben ver.di FB 03 Protestversammlung in St. Goar

    ver.di habe kein Verständnis für die chaotische Anarchie der Marienhaus GmbH, deren Leitung gestern fusionieren wollte, und Küchen anbaute und offensichtlich völlig planlos gestern von Neubau sprach und heute von Schließung, die noch niemals die Landesregierung informierte und ohne mit der Wimper zu zucken kurzerhand  mal 22 Mio entgegennahm. Das sei unehrlich, so Quetting. Überhaupt mache ihn die fehlende Transparenz im Marienhaus wütend. Das sei auch im Saarland in Wadern der Fall gewesen. besonders verärgert sei er, weil die Mitarbeitervertretung überhaupt nicht einbezogen wurde.

    Das Aktiva-Gutachten sei einseitig und betrachte "lediglich die Zukunft aus der Vergangenheit". Benötigt werde kein wirtschaftliches Gutachten, sondern ein Gutachten zur "Grundversorgung der Menschen im Rhein-Hunsrück-Kreis unter der besonderen Berücksichtigung der überregionalen Bedeutung der konservativen Orthopädie."•

    Richtig sei aber auch, dass die politischen Rahmenbedingungen, das heißt die Unterordnung der Medizin und der Pflege, ein falscher Weg sei. Wirtschaftliche Gründen dürften nicht als Grund für eine Schließung genannt werden. Grund könne nur der Mensch sein. Nicht „marktregulatorischen Elemente“ dürften den Krankenhausplan ausmachen, sondern die gesundheitliche Daseinsvorsorge der Bürgerinnen und Bürger.

    Blick in den Saal. ver.di FB 03 Der Saal war total überfüllt

    Dieser Plan beinhaltet:

    1. Marienhaus verkündet ein einjähriges Moratorium

    2. Beauftragung eines Gutachtens über die Sicherstellung der Gesundheitsversorgung im Kreis

    3. Wahl eines Betriebsrates mit den normalen Rechten für die Interessenvertretung und Abschluss eines   Tarifvertrages

    4. Übertragung des Krankenhauses auf den Kreis mit transparenten Strukturen und Beteiligung der Beschäftigten

    5. Gemeinsame Anstrengungen zur Wiederherstellung einer humanen Gesundheitspolitik

    Die Diskussion wurde live im SWR übertragen. es nahmen auch die Gesundheitsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler, der Vorsitzende der Geschäftsführung Marienhaus GmbH Dr. Heinz-Jürgen Scheid, der Bürgermeister der   VG St. Goar-Oberwesel Thomas Bungert und der Facharzt für Orthopädie Alfred Galeazzi, an der Diskussion teil.

    Die Losung in St. Goar und Oberwesel ver.di FB 03 Losung

    ver.di erklärt nicht nur ihre Unterstützung für die Bürgerinnen und Bürger des Mittelrheins, wir erklären uns ausdrücklich solidarisch mit unseren Kolleginnen und Kollegen der beiden Kliniken. Eine „Sonderregelung Loreley“ wurde beschlossen, so dass wir bei Bedarf die betroffenen Kolle-ginnen und Kollegen beraten werden. Wir bitten die Interessierte sich per Mail an fb03mr@verdi.de unter Angabe des Stichwortes „Loreley-Kliniken“ zu melden. Wir planen eine Informationsveranstaltung mit unserer Rechtsabteilung.

    "Nehmt den Turbo raus, Marienhaus!" sagen die Bürgerinnen und Bürger am Mittelrheien. Die  Eigentümer werden aufgefordert, am Runden Tisch Loreley-Kliniken teilzunehmen und tragfähige Zukunftsmodelle zu entwickeln. Bis dahin müsse die äußerst kurzfristige Schließung vom Tisch und ein Weiterbetrieb bis mindestens zum 31.12.2020 garantiert werden. Am Sonntag, 10.11.19 kommt es in Oberwesel auf dem marktplatz zu einer erneuten Protestkundgebung. Auch ver.di ruft zur Kundgebung auf.