Aufstehn für die Pflege

    Tour de Pflege auf dem Weg nach Bad Kreuznach

    Fahrradtour durch Rheinland-Pfalz

    Tour de Pflege auf dem Weg nach Bad Kreuznach

    Gruppe Fahrradfahrer*innen ver.di FB 03 RPS Tour de Pflege

    "Wir stehen im Regen. Pflegekräfte fallen aber nicht vom Himmel!"

    Michael Quetting, ver.di Pflegebeauftragter

    Nach einer Kundgebung vor dem DRK-Krankenhaus in Alzey, befinden sich die Fahrradfahrerinnen und Fahrer auf dem Weg nach Bad Kreuznach. Dort werden die Pflegepersonen um 16 Uhr von der Pflegedirektion der kreuznacher diakonie, dem DGB-Kreisvorsitzendem Michael Simon (MdL) und den Bundestagskandidaten von Bündnis 90/Die Grünen und der Partei Die Linken begrüßt werden.

    Mittlerweile hat sich auch ein Tandem den Aktivistinnen und Aktivisten angeschlossen. Klaus Hampl und Julia-C. Stange von der Unimedizin wollen wenigstens ein paar Etappen mitradeln.

    Kinderpflegefachfrau Stange bedeutet diese „Tour de Pflege“ sehr viel. Sie ist eine der Sprecherinnen des Pflegebündnisses Pflegeaufstand Rheinland-Pfalz und bereitet eine Demonstration für den 11. September in Mainz vor. Die zwei Pflegepersonen der Unimedizin haben letztes Jahr in Mainz einen Tarifvertrag Entlastung erkämpft und wollen nun, dass sich alle Pflegepersonen im Land vernetzen, um überall bessere Bedingungen zu erreichen.

    Thema unter den Demonstranten ist auch die Versorgung in der Psychiatrie: „Ein gutes Stationsmilieu zu schaffen, ist in psychiatrischen Einrichtungen entscheidend für den Genesungserfolg und die Vermeidung von Gewalt“, betont eine Mitradlerin aus der Psychiatrie, die ihren Namen nicht nennen will. „Doch nur 22 Prozent der Beschäftigten können sich die dafür nötige Zeit nehmen. Damit alle notwendigen Einzeltherapien stattfinden können, fehlt es bei 60 Prozent an Zeit. Für eine sichere und menschliche Psychiatrie braucht es genug Personal. Die Richtlinie „Personalausstattung Psychiatrie und Psychosomatik“ (PPP-RL) muss daher als erster Schritt zu 100 Prozent verpflichtend eingehalten, zu einer echten Personalbemessung ausgebaut und entsprechend finanziert werden.“ So schildert der ver.di-Pflegbeauftragte Michael Quetting eine aktuelle Umfrage, die ver.di in diesem Bereich durchgeführt hat.

    Der erste Etappenstopp fand heute vor dem, Westpfalzklinikum in Kirchheimbolanden statt. Wie schon in Frankenthal, Grünstadt, Speyer und Landau begrüßten die Hebammen des Kreißsaales aus Kirchheimbolanden die Fahrradfahrer*innen. Der Hebammenlandesverband unterstützt das „Bündnis Pflegeaufstand Rheinland-Pfalz“. Hebammenhilfe und Geburtshilfe sind wichtige Gesundheitsleistungen für Frauen. „Frauen brauchen eine ausreichende Anzahl an hochqualifizierten Hebammen und diese benötigen gute Rahmenbedingungen, damit sie ihren Job auch bis zur Rente machen können“, erklärte die Landesvorsitzende des Hebammenverbandes Ingrid Molnar.

    Morgen geht es über Bingen zurück nach Mainz. Um 12:00 Uhr kommt es vor dem Heilig-Geist-Hospital in Bingen zu einer Kundgebung. Die Hausleitung und die Mitarbeitervertretung begrüßen die Demonstranten gegen den Pflegenotstand. Vor dem Marienhaus Krankenhaus Mainz - ehemals Katholisches Krankenhaus Mainz - soll es um 15:30 Uhr zu einer Schlusskundgebung kommen. Zum Abschluss erwarten die Demonstranten u.a. den Minister für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung, Alexander Schweitzer.