Aufstehn für die Pflege

    Tour de Pflege hat die ersten 150 km hinter sich

    Fahrradtour durch Rheinland-Pfalz

    Tour de Pflege hat die ersten 150 km hinter sich

    Gruppenbild Tour de Pflege ver.di FB 03 RPS Tour de Pflege

    Genau um 15:35 Uhr konnte die Pflegefachfrau Daiana Neher ihren Mitfahrerinnen und Mitfahrern der Tour de Pflege mitteilen: „Die ersten 150 km liegen hinter uns.“ Seit Montag früh ist die Tour de Pflege in Rheinland-Pfalz unterwegs, um für die Pflegedemo am 11. September in Mainz zu werben. Heute mussten die Kolleginnen und Kollegen sehr mit dem Regen kämpfen. Trotz schlechten Wetter wuchs die Anzahl der Fahrradfahrerinnen.

    Organsiert hat die Tour das Bündnis „Pflegeaufstand Rheinland-Pfalz“ und die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di). Herz der Aktion ist die Velo-Fee, wie alle Daiana Neher nennen. Das Begleitfahrzeug steuert der ver.di-Pflegebeauftragte Michael Quetting. Die bunt geschmückten Fahrräder sind leicht erkennbar. Vorne ist eine riesige Fahne mit der Aufschrift Pflegeaufstand und am letzten Fahrrad ein ähnliches Modell mit der Losung „Aufstehn für die Pflege“. Unter den Fahrer*innen sind auch Mitglieder des Hebammenverbandes, die die Aktion unterstützen.

    Die Aufnahme und Begrüßung an den Etappenpunkten ist durchgängig freundlich, wie Pflegefachfrau Neher erzählt. Heute war man in Frankenthal, Speyer und Landau. In Frankenthal wurden die fahrenden Demonstranten vom DGB-Regionsgeschäftsführer Rüdiger Stein herzlich begrüßt. Er versicherte den Pflegepersonen „die volle Solidarität der Gewerkschaftsfamilie“ zu. „In der Corona-Pandemie hat sich einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Pflege ist. Ob im Krankenhaus, der stationären oder ambulanten Pflege - wir alle konnten uns auf die enorme Leistungsbereitschaft der Beschäftigten verlassen. Umso schlimmer, das gerade sie nur selten auf gute Arbeits- und Gehaltsbedingungen zählen können. Das muss sich nach der Bundestagswahl 2021 ändern“, erklärte der Gewerkschafter.

    In Speyer erfolgte eine besonders herzliche Begrüßung durch den Gesamtausschuss der MAVen des Diakonischen Werkes Pfalz. Dessen stellvertretender Vorsitzender, Michael Hemmerich, betonte in seiner Ansprache, Pflege dürfe keine Geldmaschine sein: „Pflegegelder dürfen nicht für Spekulationen von Anleger*innen und Fonds missbraucht werden, die auf dem Rücken der Versicherten fette Gewinne machen.“

    Morgen geht es weiter nach Neustadt an der Weinstraße, wo um 12 Uhr am Hetzelstift eine Kundgebung stattfinden wird. Später geht es weiter nach Grünstadt. Geplante Ankunft dort ist um 16:00 Uhr.

    Zum Empfang der Demonstranten am Freitag in Mainz, hat sich der Minister für Arbeit, Soziales, Transformation und Digitalisierung, Alexander Schweitzer, angekündigt.