Fachbereich 10

    Schwere Paket beim 1. Mai

    Schwere Paket beim 1. Mai

    Bei 15kg ist Schluss!

    02.05.2019
    Mai-Kundgebung 2019 in Mainz Olaf Jouaux Mai-Kundgebung 2019 in Mainz  – Hier konnte man schwere Pakete selbst heben

    „Das schaffe ich nicht!“ war am Stand des Fachbereiches des Öfteren zu hören. Die Menschen, die bei der diesjährigen Mai-Kundgebung am ver.di-Stand vorbei kamen, waren aufgefordert worden, ein Paket mit dem Gewicht von 31,5kg anzuheben. Der Fachbereich Postdienste, Spedition und Logistik wollte damit darauf aufmerksam machen, dass die Paketgewichte in der Zustellbranche reduziert werden müssen. Auch bei den Kundgebungen in Saarbrücken und Ludwigshafen wurden die schweren Pakete bei den Zustelldiensten thematisiert.

    Hinter der Aktion steckt die Forderung, dass eine gesetzliche Grundlage geschaffen werden muss, die Regelungen zur Zustellung von schweren Paketen trifft. So könnte z.B. ein Höchstgewicht von 15 kg für die normale Zustellung im „Ein-Personen-Handling“ eine Lösung sein. Schwerere Pakete sollten über Stückgut-Transporte im „Zwei-Personen-Handling“ ausgeliefert werden.

    Gesetzliche Regelungen gefordert

    Mai-Kundgebung 2019 in Mainz Olaf Jouaux Mai-Kundgebung 2019 in Mainz  – Europa. Jetzt aber richtig!

    Die Belastung in der Zustellung wird für die Kolleginnen und Kollegen immer größer. In der Zustellung machen besonders Pakete mit bis zu 31,5 kg immer größere Probleme. Die physische Belastung für den Körper sind insbesondere für kleine und leichte Personen (hier natürlich besonders Frauen) immens hoch und führen auf Dauer zu Gesundheitsschäden. Laut einer Studie der Krankenkasse BKK sind schon jetzt die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Betrieben in der Postbranche am meisten von Muskel- und Skelett-Erkrankungen betroffen.

    Die Arbeitgeber weigern sich die Gewichtsgrenzen in ihren AGB zu reduzieren, mit dem Hinweis, dass die Wettbewerber weiterhin schwere Pakete annehmen und zustellen. Aus Kostengründen wird auch das sogenannte „Zwei-Personen-Handling“ abgelehnt. Um eine effektive Entlastung der Zusteller in allen Unternehmen zu erreichen, ist es unbedingt erforderlich, dass eine Gewichtsobergrenze per Gesetz festgelegt wird.

    Europa. Jetzt aber richtig!

    Bei wunderschönem 1. Mai Wetter fanden sich ca. 1.600 Menschen bei der zentralen Veranstaltung für Rheinland-Pfalz in Mainz hinter dem Dom ein. Das Motto dieses Jahr hieß: „Europa. Jetzt aber richtig!“. Damit wollten die Gewerkschaften aufzeigen, wie wichtig es dieses Jahr bei der Europawahl ist, Parteien zu wählen,die für die Rechte von Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern und für ein freies Europa stehen und nicht auf Populisten hereinzufallen.

    Mai-Kundgebung 2019 in Mainz Olaf Jouaux Mai-Kundgebung 2019 in Mainz  – Martin Schneider (freigestellter BR), Malu Dreyer, Holger Berges (Vorsitzender der Betriebsgruppe Brief Mainz)

    Dem Fachbereich war es auch möglich, sein Anliegen auf Reduzierung von Pakethöchstgewichten, der Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, zu erklären. Am Stand konnten Holger Berges (Vorsitzender der Betriebsgruppe Brief Mainz) und Martin Schneider (freigestellter Betriebsrat der Deutschen Post AG in Mainz) der Ministerpräsidentin erklären, warum das Eingreifen des Gesetzgebers so wichtig ist.

    Ein weiteres wichtiges Anliegen des Fachbereiches ist die Nachunternehmerhaftung, die Paketdienste z.B. verpflichten soll, Sozialabgaben für ihre Subunternehmer nachzuzahlen, wenn diese beim Mindestlohn betrügen. So soll der eigentliche Auftraggeber für korrekte Arbeitsbedingungen bei seinen Zustellern verantwortlich sein. Unterstützung erhält ver.di von Dietmar Muscheid (DGB-Vorsitzender RLP/Saar) und der Ministerpräsidentin Malu Dreyer, die beide das Thema in ihren Reden aufgenommen haben.