Fachbereich 10

    Ärger bei Fiege um einen Haustarifvertrag

    100 Beschäftigte protestieren

    Ärger bei Fiege um einen Haustarifvertrag

    04.05.2018

    Am heutige Morgen haben fast 100 Kolleginnen und Kollegen dem Arbeitgeber gezeigt, was sie von seinen Drohungen halten. Ab 07:30 Uhr trafen sie sich vor den Werkstoren zu einer Protestaktion um die Forderung nach einem Haustarifvertrag zu unterstützen.

    Unterdessen berät die Große Tarifkommission, wie sie mit dem bisherigen Angebot des Arbeitgebers und seiner Drohung, in den Arbeitgeberverband einzutreten, wenn ver.di sein Angebot nicht akzeptiert, umgehen soll.

    Am 15. und 16. Mai soll in Osthofen weiter verhandelt werden. Das macht nur Sinn, wenn der Arbeitgeber sich bewegt und deutlich macht, dass er an einer Verhandlungslösung interessiert ist. Für den Fall, dass der Arbeitgeber seine Drohung wahr macht und Mitglied im Arbeitgeberverband wird, fordern die Beschäftigten bereits jetzt:

    Abschluss eines Manteltarifvertrages mit einer Verkürzung der Wochenarbeitszeit auf 39 Stunden und der Zahlung eines 13. Monatsentgeltes (Jahressonderzahlung) in Höhe eines Monatsentgeltes.

    Ärger bei Fiege um einen Haustarifvertrag Sigurd Holler Ärger bei Fiege um einen Haustarifvertrag

    Um das zu erreichen, ist dann ein Warnstreik der nächste Schritt. "Wenn es erforderlich ist, rufen wir dazu auf", gibt sich Sigurd Holler (Gewerkschaftssekretär für den Fachbereich Post, Spedition und Logistik) kämpferisch. Die meisten Beschäftigten erhalten derzeit bei Fiege ein Bruttoentgelt zwischen1800 und 1900 Euro. Doch schon dieser Lohn wurde nur erreicht, weil ver.di dafür gekämpft hat, dass Zulagen wie z.B. Anwesenheits- und Leistungsprämien in den Grundlohn eingerechnet werden.

    Außerdem werden viele Mitarbeiter unterschiedlich bezahlt. Deshalb die Forderung von ver.di "gleicher Lohn für gleiche Arbeit". Ein Haustarifvertrag existiert bisher nicht. Auch der Flächentarifvertrag findet bei Fiege bislang keine Anwendung. Doch der Flächentarifvertrag wäre nur die zweit beste Lösung, denn der ist in Rheinland-Pfalz vergleichsweise schlecht. In Baden-Württemberg zum Beispiel existiert ein Tarifvertrag, bei dem die Beschäftigten deutlich mehr verdienen. Deshalb muss ein Haustarifvertrag her und dafür kämpfen die Kolleginnen und Kollegen bei Fiege.

    Beschäftigte

    • Für Fiege in Worms arbeiten rund 900 Menschen.
    • 600 Beschäftigte gehören zum Stammpersonal des Logistikunternehmens.
    • Rund 300 sind Leiharbeiter