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    Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    ver.di kritisiert Entwurf der Pflegekammer RLP für eine Berufsordnung der Pflege

    01.09.2019
    Quetting vor einem Informationsstand ver.di RPS Der ver.di-Pflegebeauftragte Michael Quetting

    Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) hat sich auf einer Konferenz am vergangenen Wochenende in Kaiserslautern gegen den Entwurf der rheinland-pfälzischen Pflegekammer über eine Berufsordnung der Pflege ausgesprochen, welche im September veröffentlich werden soll. Hauptkritikpunkt ist der fehlende Realitätsbezug zu den tatsächlichen Anforderungen einer Pflegekraft. Laut Michael Quetting, Pflegebeauftragter von ver.di, enthält das Papier: „Allerwelts-Weisheiten und Aneinanderreihung von nichtssagenden Worthülsen,“

    Bereits im Vorfeld kam es zu einem regelrechten öffentlichen Schlagabtausch zwischen Quetting und Dr. Markus Mai, Präsident der Pflegekammer RLP. (ver.di RPS PM vom 09.07.19)

    Quetting betont in Bezugnahme auf das Papier: „Man wird zur Fortbildung verpflichtet, aber niemand sagt wer das bezahlt und ob die Einrichtung einen dafür freistellt. Auch der Passus, dass Kammermitglieder sich nicht öffentlich negativ über das Berufsbild äußern dürfen ist mehr als fraglich.“

    Die ehrenamtliche Präsidentin des ver.di-Pflegerates Rheinland-Pfalz-Saarland, Silke Präfke (Personalrätin am Bundeswehrzentralkrankenhaus in Koblenz), betont: „Wir als Pflegende engagieren uns, weil uns die soziale und ökonomische Lage der Pflegenden als auch der zu Pflegenden nicht egal ist. Pflege und das Sich-Einsetzen für die Rechte der Menschen sind für uns zwei Seiten einer Medaille. Die berufsrechtlichen Regelungen ergeben nur dann einen Sinn, wenn die Arbeitgeber sich an diese halten müssen. Juristische Person müssen mittelbar an das pflegerische Berufsrecht gebunden sein.“ Quetting ergänzt: „Unmenschliche Verhältnisse, die zur schlechten Pflege führen, hoher Arbeitsdruck, Überstunden, Einspringen an freien Tagen, zu wenig Zeit für Patientinnen und Patienten und vor allem fehlendes Personal sind die Kernprobleme. Wir brauchen mehr Personal, bessere Arbeitsbedingungen und nicht zuletzt die Wertschätzung aller.“

    Professionell zu pflegen bedeute stets den aktuellen Erkenntnisstand zu kennen und sich kritisch mit Fragen des Berufes auseinanderzusetzen. Deswegen müssten alle Einrichtungen verpflichtet werden, jedes Jahr eine Woche Bildungsurlaub für selbstbestimmte, unabhängige und kompetenzerhaltende Maßnahmen zu gewähren und zu bezahlen. „Nur so würde aus einer Pflicht ein tatsächliches Recht,“ stellt der ver.di Pflegebeirat fest.

    ver.di lehnt den Entwurf ab und verlangt eine Diskussion unter allen Pflegekräften im Land. „Vor einer solchen Diskussion darf keine Verabschiedung durch die Pflegekammer erfolgen“, sagt Präfke abschließend.

    Die komplette Fassung entnehmen Sie bitte dem Downloadbereich an der rechten Seite

    Pressekontakt

    V.i.S.d.P. sowie V.i.S.d.TMG Dennis Dacke
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    Bereichsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
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