Pressemitteilungen

    ÖPNV im Landkreis Merzig-Wadern: Finanzierungslücken, Stellenabbau …

    Fachbereich Verkehr

    ÖPNV im Landkreis Merzig-Wadern: Finanzierungslücken, Stellenabbau und fehlende Weitsicht

    18.07.2019
    nur noch Private Anbieter? Viktor Mildenberger / pixelio.de Bushaltestelle

    Der Busverkehr im Landkreis Merzig-Wadern soll eigenwirtschaftlich (ohne Zuschüsse) betrieben werden. ver.di-Gewerkschaftssekretär und Branchen-Experte Christian Umlauf fragt sich: „wie lange soll das gut gehen?“

    Hintergrund ist, dass der Landkreis Merzig-Wadern die Bus-Verkehrsleistungen ab dem 01.01.2020 an ein Konsortium der Firmen Müllenbach und Schulligen/Kirsch vergeben hat. Dies zum Nulltarif. „Damit schafft sich der Landkreis ein negatives Alleinstellungsmerkmal. Er bezahlt keinen Cent für seinen ÖPNV und die damit verbundene Daseinsvorsorge“, sagt Umlauf. Als Konsequenz zieht dies, nach Umlaufs Ansicht, einen Nahverkehr auf Sparflamme mit sich. „Der Landkreis hat die geringste Nutzungsquote des ÖPNV im Saarland. Er ist der, mit der schlechtesten Kundenzufriedenheit und im Vergleich zu allen anderen Landkreisen und dem Regionalverband mit dem schlechtesten Angebot“, sagt Umlauf empört. Dies bestätigt auch der Kreisreport der saarländischen Arbeitskammer aus 2019.

    Doch wie will man bei steigenden Löhnen, aktuell ein Gehaltsplus von 18 Prozent auf drei Jahre, und einem Mangel an Personal, diese Verkehre zukünftig dauerhaft betreiben? „Aus unserer Sicht ist dies unmöglich und könnte nur durch die Nichteinhaltung des Tarifvertrages oder einer Bezuschussung durch die Hintertür erfolgen“, betont Umlauf. Nach ver.di-Berechnungen ist ein Betrieb über fünf Jahre Laufzeit bei einer geplanten Fahrpreissenkung nicht wirtschaftlich möglich.

    „Hinzu kommt, dass ca. 30 Busfahrerinnen und Busfahrer der DB-Tochter Omnibusverkehr Rhein-Nahe (ORN) in Merzig Ende Juli ihre Kündigung bekommen werden“, sagt Umlauf. Dies würde bei den gekündigten Beschäftigten wohl auch dazu führen, dass sie größtenteils den Beruf aufgeben und die Branche wechseln würden bzw. sich außerhalb des Saarlands orientieren. Grund dafür ist, dass der Wechsel des Busunternehmens oftmals mit herben Lohneinbußen zusammenhängt. „Das hätte man sozialverträglicher gestalten können. Ganz einfach mit einer Übernahme der Beschäftigten zu ihren aktuellen Bedingungen. Dann kämen zu den 100 fehlenden Stellen im Saarland im Busbereich nicht noch weitere 25 dazu“, sagt Hans-Peter Brill, Betriebsratsvorsitzender der ORN Merzig.

    ver.di wird das weitere Vorgehen des Landkreises im Blick behalten. „Der Klimawandel betrifft auch das Saarland. Ein Ausbau des ÖPNV muss im Mittelpunkt stehen. Das hier gesetzte Signal des Landkreises ist vollkommen falsch, denn es geht zu Lasten der Beschäftigten, der Bevölkerung und der Zukunft von uns allen“, sagt Umlauf abschließend.

     

    Pressekontakt

    V.i.S.d.P. sowie V.i.S.d.TMG Dennis Dacke
    Pressesprecher des Landesbezirks
    Bereichsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland
    Münsterplatz 2-6
    55116 Mainz
    Telefon: 06131 - 9726-110
    Fax: 06131 - 9726-288
    Mobil: 0171 - 3009154
    E-Mail: dennis.dacke@verdi.de
     

    Inhaltliche Rückfragen