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    Tarifkonflikt MEDIAN Bernkastel-Kues

    Die Uhr tickt: ver.di stellt Ultimatum bis 30.09.2021

    Tarifkonflikt MEDIAN Bernkastel-Kues

    06.09.2021

     

    ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland
    Fachbereich für Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

     

    P R E S S E I N F O R M A T I O N

     

     

    Im Tarifkonflikt zwischen der MEDIAN Unternehmensgruppe und der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di), bezüglich der Reha-Kliniken in Bernkastel-Kues, erhöht ver.di den Druck.

    Seit Dezember 2020 fordert ver.di einen Tarifvertrag für die ca. 600 Beschäftigten der Reha-Kliniken in Bernkastel-Kues. Der MEDIAN-Konzern lehnt Verhandlungen hierzu kategorisch ab. Gefordert wird u.a. eine einheitliche Erhöhung der Entgelte. Die letzte Entgelterhöhung für die Beschäftigten gab es im Jahr 2015.

    Seit Mitte Mai hat ver.di die Beschäftigten nahezu wöchentlich zu ein- oder zweitägigen Streiks aufgerufen. An den Streiktagen wurden ausschließlich im Rahmen des Notdienstes erforderliche Therapien durchgeführt, somit fanden etwa 65% der therapeutischen Anwendungen an diesen Tagen nicht statt und Patientenanreisen wurden verschoben.

    Die Streiks waren bis dato insofern erfolgreich, dass MEDIAN nun endlich Bereitschaft zeigt, rückwirkend zum Juli 2021 die Grundgehälter aller Beschäftigten um 4% zu erhöhen. Verhandlungen oder Gespräche mit ver.di zu einer tarifvertraglichen Regelung werden aber von MEDIAN weiterhin verweigert. Das Angebot der ver.di, den Vorschlag des Arbeitgebers aufzugreifen und die 4%ige Erhöhung der Grundgehälter ab Juli 2021 gemeinsam in einem Tarifvertrag zu vereinbaren um den Beschäftigten die entsprechende Planungssicherheit zu gewährleisten, wird von MEDIAN vehement abgelehnt.

    Nun haben die ver.di-Mitglieder der MEDIAN Reha-Kliniken in Bernkastel-Kues über ein Ultimatum abgestimmt: Die Beschäftigten erwarten von der MEDIAN Unternehmensgruppe bis spätestens zum 30.09.2021 ihre Verhandlungsbereitschaft gegenüber der ver.di zu erklären. Bleibt diese Erklärung bis zum Ablauf des Ultimatums aus, werden ab dem 01.10.2021 die Warnstreiks nicht mehr nur tageweise stattfinden, sondern auf die Dauer von je einer Woche ausgeweitet.

    Bis zum Ablauf des Ultimatums am 30.09.21, wird es keinen erneuten Streikaufruf der Gewerkschaft ver.di geben. „MEDIAN hat es jetzt in der Hand, weitere Einschränkungen für die Patient*innen auf dem Kueser Plateau zu verhindern“, so Frank Hutmacher, Landesbezirksfachbereichsleiter der ver.di Rheinland-Pfalz-Saarland.

    „Wir würden den kommunizierten Vorschlag des Arbeitgebers, die Entgelte um 4% zu erhöhen, in einen Tarifvertrag übernehmen und damit wäre der Konflikt gelöst. Dieses Angebot liegt dem Arbeitgeber seit Juli 2021 schriftlich vor. MEDIAN verweigert jedoch kategorisch die tarifvertragliche Sicherstellung dieser Entgelterhöhung. Dieses Vorgehen ist aus unserer Sicht nicht nachvollziehbar. Bis 2016 gab es tarifvertragliche Regelungen bei MEDIAN Bernkastel-Kues und inhaltlich sind wir uns grundsätzlich einig. Der Konflikt könnte von MEDIAN also sofort beendet werden. Doch die anhaltende Verweigerungshaltung des Unternehmens macht es uns unmöglich die Arbeitskampfmaßnahmen zu beenden. Folglich wird es - nach derzeitigem Stand - zu weiteren Streiks und damit zu weiteren Einschränkungen für Patient*innen kommen“, so Frank Hutmacher weiter. Die MEDIAN-Unternehmensgruppe erklärte diesbezüglich ihrerseits bereits mehrfach, dass sie eher die Folgen der angekündigten Warnstreiks in Kauf nehmen würde – also dass Reha-Maßnahmen gar nicht oder nur eingeschränkt durchgeführt werden könnten - als mit der Gewerkschaft ver.di die eigentlich geeinte Entgelterhöhung tarifvertraglich zu regeln. „Das bringt uns zu der Vermutung, dass der Arbeitgeber kein Interesse daran hat, den Beschäftigten die angebotene Entgelterhöhung von 4% in eine tarifvertraglich geregelte, für die Beschäftigten rechtssichere Form zu gießen. Das ist weit entfernt von dem wertschätzenden Umgang mit den Beschäftigten und ihren täglichen Leistungen, den wir fordern“, so die Bewertung von Frank Hutmacher abschließend.

          

    Inhaltliche Rückfragen

    Frank Hutmacher
    Landesbezirksfachbereichsleiter
    Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen
    Telefon: 06131 9726130
    Mail: frank.hutmacher@verdi.de

    Pressekontakt

    Verantwortlich im Sinne des Presserechts Birgit Beier
    Pressesprecherin
    Referentin der Landesbezirksleitung
    ver.di Rheinland-Pfalz-Saarland
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    Fax: 06131-9726-288
    birgit.beier@verdi.de