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    Wer gute Pflege will, schreibt das in einen Vertrag!

    Fachbereich Gesundheit, Soziale Dienste, Wohlfahrt und Kirchen

    Wer gute Pflege will, schreibt das in einen Vertrag!

    29.01.2019
    Aufkleber mit dem Motiv "Wir brauchen dich" und "Mehr von uns ist besser für alle" Astrid Sauermann Aktionsmaterial der Bewegung für mehr Personal und Entlastung im Krankenhaus

    Vor Angst, möglicherweise den Kürzeren im Wettbewerb zu ziehen, versuchen einige Krankenhäuser, wie bspw. das Klinikum Saarbrücken und die Knappschaftskliniken, ihre Bemühungen gegen den Pflegenotstand zu beschönigen.

    „Dies geschieht vor dem Hintergrund, dass ver.di und das UKS in Homburg einen der bahnbrechendsten Entlastungsverträge in Deutschland geschlossen haben,“ sagt Michael Quetting, Gewerkschaftssekretär bei ver.di. Die Gewerkschaft ringt derzeit mit der SHG-Gruppe sehr intensiv um einen ähnlichen Vertrag. Das Personal wird sich derweil gegenseitig abspenstig gemacht. Gleichzeitig verschärft sich die Lage täglich. Die Personalprobleme in der Pflege überfordern die betroffenen Beschäftigten. Für große Unruhe sorgt aktuell auch eine Bewährungsstrafe für eine Krankenschwester, wegen falscher Medikamentengabe: „Fehler können mit dünner Personaldecke leider nicht ausgeschlossen werden,“ sagt Michael Quetting heute anlässlich einer Beratung in Saarbrücken.

    Hintergrund ist die Entscheidung des Amtsgerichtes Göppingen. Eine Krankenschwester war wegen der Abgabe falscher Medikamente zu einer Bewährungsstrafe verurteilet worden. Dies obwohl das Gericht selbst im Verfahren festgestellt hatte, dass die Kollegin in der betreffenden Nacht unter einer erheblichen Arbeitsbelastung und Zeitdruck gestanden habe. Ein Organisationsversagen der Klinik konnte das Gericht nicht feststellen. Quetting: „Diejenigen, die täglich das Klinikpersonal ausnutzen und ausbeuten, schieben dann die Verantwortung auch noch auf die Pflege ab. Das ist eine Schande und macht deutlich, was die Sonntagsworte in Sachen Wertschätzung tatsächlich wert sind.“

    ver.di fordert weiterhin alle saarländischen Krankenhäuser zu einem „Tarifvertrag Entlastung“ auf. Quetting: „Mögen wir auch mit der Geschwindigkeit der Umsetzung in Homburg unzufrieden sein, so sollte doch klar gesagt werden, dass nur dort eine Mindestbedingung vereinbart wurde, damit sich etwas im Interesse einer guten Pflege ändert. Daran kann man messen, ob es ein Arbeitgeber ernst meint,“ betont Quetting.

    Quettings Meinung nach müsse mindestens erreicht werden, dass ein Personalbemessungssystem à la PPR aus dem Jahre 1996 wiedereingeführt wird. „Das UKS garantiert dies in den nächsten 18 Monaten,“ sagt Quetting. Er fordert weiter, die sofortige Festlegung von Sollzahlen, die bei Unterschreiten zu einem Konsequenzen-Management führen, das Verbot von Alleinarbeit, die Beantwortung von Überlastungsanzeigen binnen drei Tagen und die die Einführung von Belastungstagen, welche zu zwei zusätzlichen freien Tagen im Schichtplan führen.

    Pressekontakt

    V.i.S.d.P. sowie V.i.S.d.TMG Dennis Dacke
    Pressesprecher des Landesbezirks
    Bereichsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland
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    Fax: 06131 - 9726-288
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