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    Grundlage für die Personalbemessung in den Kitas muss sich erhöhen

    ver.di Presseinformation

    Grundlage für die Personalbemessung in den Kitas muss sich erhöhen

    29.07.2022

     

    ver.di Bezirk Region Saar Trier

    P R E S S E I N F O R M A T I O N

     

    ver.di fordert „Grundlage für die Personalbemessung in den Kitas muss sich erhöhen“

    Seit Jahren setzt sich die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) für eine Verbesserung der Rahmenbedingungen in den Kitas und für eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen der pädagogischen Fachkräfte ein.

    „Es muss mehr Zeit für die Kinder zur Verfügung stehen“, fordert Stefan Schorr, zuständiger Gewerkschaftssekretär von ver.di. Schon beim „Gute-Kita-Gesetz“ forderte ver.di eine Verbesserung der Qualität. Damals wie heute versuchte man mit „Beitragsfreiheit“, was jedoch nur als eine Beitragsreduktion war, zu punkten. 75 % der Gelder wurden hierfür verwendet. Beim näheren Hinsehen entpuppte sich das „Gute-Kita-Gesetz“ bezüglich Qualitätsverbesserung jedenfalls als Flop.

    Eine weitere Chance zur Qualitätsverbesserung in den Kitas wurde jüngst mit der Novelle des Saarländischen Erziehungs-, Bildungs- und Betreuungsgesetzes (SEBBG) zum SBEBG im Januar diesen Jahres vertan.

    „Was sich dauerhaft - bis heute - nicht verändert hat, ist die Grundlage zur Personalbemessung. Diese ist seit Mitte der Siebziger Jahre unverändert geblieben“, ergänzt Thomas Müller, Bezirksgeschäftsführer von ver.di Saar.

    Weiteren Handlungsbedarf sieht ver.di bei :
    - Verbesserte Fachkraft-Kind-Relation
    - Personalreserve
    - Verbindliche Verfügungszeiten
    - Ausgleich von Personalausfallzeiten (Urlaub, Krankheit, Fortbildung)

    Die Chance einer tatsächlichen Novellierung wurde mit dem beschlossenen Gesetz Anfang des Jahres vertan. Mit dem Wunsch nach Bildungsgerechtigkeit und einem echten inklusiven Ansatz hatte dies nichts zu tun. Ein Verständnis für die tatsächliche Realität von Kindern und Fachkräften in Kitas ist, auch nach der Novelle, immer noch nicht vorhanden. Hier muss dringend nachgebessert werden, fordert ver.di.

    Was Trägern, Fachkräften und Eltern als Verbesserungen suggeriert wurde, war nichts anderes als eine Mogelpackung, was u. a. aus unseren Beispielen zur Personalbemessung deutlich hervorgeht. Bezüglich der Personalbemessung hat ver.di nachgerechnet.

    Nachrechnungen zu bestehenden Betriebserlaubnissen ergaben keine Personalmehrausstattung für die direkte pädagogische Arbeit. Genau dies wäre jedoch erforderlich, um das von der Landesregierung vorher zitierte Ziel erreichen zu können.

    Bereits im Januar diesen Jahres stellte ver.di in der Landtagsanhörung fest:

    Die neue Bezeichnung des Gesetzes bringt keinen Millimeter an Verbesserung bezüglich Qualitätssteigerung! Bringt keine Verbesserung Fachkraft-Kind-Relation.

    „Hier ist die neue Landesregierung nun dringend gefordert Abhilfe zu schaffen“, sagt Thomas Müller abschließend.

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    Rechenbeispiele:

    Beispiel 1

    BERECHNUNG ALT:
    2 Krippengruppen / 11 Stunden Öffnungszeit / 2 pädagogische Fachkräfte / 5 Tage
    2 x 11 x 2 x 5 = 220 Stunden (ohne Verfügungszeit)
    293,33 Stunden (incl. 25 % Verfügungszeit)

    BERECHNUNG NEU:
    2 Krippengruppen / 11 Stunden Öffnungszeit / 2,65 pädagogische Fachkräfte / 5 Tage
    2 x 11 x 2,65 x 5 =
    291,5 Stunden (incl. Verfügungszeit)

     

    Beispiel 2

    BERECHNUNG ALT:
    5 Kindergartengruppen / 10 Stunden Öffnungszeit / 1,5 pädagogische Fachkräfte / 5 Tage
    5 x 10 x 1,5 x 5 = 375 Stunden (ohne Verfügungszeit)
    500 Stunden (incl. 25 % Verfügungszeit)

    BERECHNUNG NEU:
    5 Kindergartengruppen / 10 Stunden Öffnungszeit / 2 pädagogische Fachkräfte / 5 Tage
    5 x 10 x 2 x 5 =
    500 Stunden (incl. Verfügungszeit)

     

    Inhaltliche Rückfragen:

    Stefan Schorr
    Geschäftssekretär
    ver.di Bezirk Region Saar Trier
    Mobil 0171 9358122
    E-Mail: stefan.schorr@verdi.de

     

    Pressekontakt

    Verantwortlich im Sinne des Presserechts Birgit Beier
    Pressesprecherin
    Referentin der Landesbezirksleitung
    ver.di Rheinland-Pfalz-Saarland
    Münsterplatz 2-6, 55116 Mainz
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    Mobil 0170 1018753
    Fax: 06131-9726-288
    birgit.beier@verdi.de