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    Runder Tisch zur Zukunft des ÖPNV

    Fachbereich Verkehr

    Einladung: Runder Tisch zur Zukunft des ÖPNV im Saarland

    (26.09.2019 16:00-18:00 Uhr) 09.08.2019
    Fachkräfteinitiative der Unternehmensvertreter der Logistikbranche in Schleswig-Holstein pixabay Runder Tisch

    Am 26.09.2019 laden die ver.di-Verkehrsexperten Christian Umlauf und Mira Ball gemeinsam mit der Arbeitskammer des Saarland zum runden ÖPNV-Tisch ein. Eingeladen sind Verkehrsministerin Anke Rehlinger, Vertreter von Fridays for Future, Parteien, Zweckverbänden, Arbeitgeberverbänden, Interessengemeinschaften, Umweltverbänden sowie saarländische Oberbürgermeister und Landräte und der saarländische Städte,- Gemeinde- und Landkreistag. Ziel ist es, eine gemeinsame Lösung für den chronisch unterfinanzierten ÖPNV in Saarland zu finden: „Um einen besseren ÖPNV im Saarland auf den Weg zu bringen, der Qualitäts- und Umweltgedanken in den Vordergrund stellt, muss dringend ein besseres Finanzierungskonzept auf den Tisch. Wir fordern 30 Millionen Euro mehr“, sagt Christian Umlauf.

    Umlauf legt den Fokus auf drei Schwerpunkte: „Wir müssen die Personalsituation signifikant verbessern, den Nahverkehr ausbauen und die Fahrpreise senken!“ Um dieses 30 Millionen Euro teure Ziel für besseren ÖPNV im Saarland zu erreichen, hat ver.di diesen runden Tisch ins Leben gerufen. Er soll kein einmaliges Treffen sein.

    Gerne sind Sie eingeladen am Runden Tisch teilzunehmen.  Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, den 26.09.2019 um 16:00 Uhr in der Arbeitskammer Saarbrücken (Fritz-Dobisch-Straße 6, 66111 Saarbrücken) Das Ende ist gegen 18:00 Uhr anberaumt. Zur Planung würden wir uns über eine kurze Akkreditierung unter dennis.dacke@verdi.de  freuen.  
    Weitere Informationen, sowie eine Pressemappe erhalten Sie auf der Veranstaltung. Die Pressemappe ist im Nachgang auch online abrufbar unter: https://rps.verdi.de/presse   
     
    Zum Hintergrund:
    Mit der Öffnung des öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) für den europäischen Wettbewerb haben die Kommunen seit Anfang der 2000er Jahre auf Einsparungen in den öffentlichen Nahverkehrsunternehmen gedrängt. Die Folge waren Privatisierungen durch Ausschreibungen und Ausgliederungen in Tochterfirmen mit schlechteren Tarifverträgen bzw. ohne Tarifbindung oder zugunsten privater Unternehmen. Mit den darin enthaltenen Verschlechterungen, vor allem für neueingestellte, haben die Beschäftigten einen hohen Preis bezahlt:

    • In allen Bereichen gab es Personalabbau
    • Arbeitsverdichtung und Belastung haben enorm zugenommen
    • Die Krankenstände steigen
    • Personal ist zunehmend schwieriger zu finden

    Im Bundesdurchschnitt ist die Zahl der Beschäftigten heute im Vergleich zu 1998 um 18 Prozent gesunken. Die Anzahl der Fahrgäste im ÖPNV stieg dagegen um 24 Prozent. Um, gerade im Saarland, mehr Personal zu finden und das jetzige zu binden, bedarf es ein mehr an Attraktivität des Berufes. Dazu zählt auch ein Lohn von dem man leben kann. 2800 Euro Einstiegslohn (aktuell 2400 Euro) als Grundlohn sind dazu nötig, bei ca. 2000 Beschäftigten und steigender Tendenz vor allem bei einem Ausbau des ÖPNV, sind dies knapp 10 Millionen Euro mehr im Jahr. Im Saarland fehlen ca. 100 Busfahrer. In den nächsten 10-15 Jahren werden knapp 50 Prozent der Beschäftigten altersbedingt ausscheiden und damit ersetzt werden müssen. Hohe Tarifabschlüsse führen zu großem Druck bei den Betrieben wie sie die Refinanzierung stemmen können und unter Umständen zu Notvergaben bei Rückgabe der Konzession. Durch den Personalabbau und Flexibilisierungen der Arbeitszeitregelungen haben Arbeitsverdichtung, Belastung und Stress in den öffentlichen Nahverkehrsunternehmen zugenommen. Betroffen sind alle Bereiche: Verwaltung und Service, Werkstätten, Infrastruktur und in besonderem Maße der Fahrdienst. Laut dem Gesundheitsreport der Barmer Krankenkasse betrug der Krankenstand bei Bus- und Straßenbahnfahrern 9,1 Prozent im Jahr 2018. Mit im Schnitt 33,2 Arbeitsunfähigkeitstagen führte diese Berufsgruppe die Liste der Berufe mit den meisten Fehltagen an.
    Den guten Vorschlag des Verkehrsministeriums zur Tarifoffensive zu 100 % umzusetzen und Fahrkarten zu verbilligen, bedeutet ca. 10 Millionen Euro Mehrkosten im Jahr. Das Jobticket wird schon sehr gut angenommen, jetzt g ilt es für alle Bevölkerungsschichten die Attraktivität durch günstigere Fahrpreise zu steigern.
     
    Um den umweltpolitisch zwingend notwendigen Verkehrswandel zu beginnen, muss ein Startschuss erfolgen. Alternative Antriebe für Busse, Strecken ausbauen, Taktungen erhöhen und ländliche Verkehre einbinden. Dazu sind in einem ersten Schritt 10 Millionen Euro pro Jahr notwendig und können da auch nur der Anfang sein.

    Pressekontakt

    V.i.S.d.P. sowie V.i.S.d.TMG Dennis Dacke
    Pressesprecher des Landesbezirks
    Bereichsleiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    ver.di Landesbezirk Rheinland-Pfalz-Saarland
    Münsterplatz 2-6
    55116 Mainz
    Telefon: 06131 - 9726-110
    Fax: 06131 - 9726-288
    Mobil: 0171 - 3009154
    E-Mail: dennis.dacke@verdi.de
     

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