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    Hinter den Kulissen… strafrechtliche Ermittlungen gegen Führungskraft …

    Fachbereich Verkehr

    Hinter den Kulissen… strafrechtliche Ermittlungen gegen Führungskraft bei Tochter eines Luftfahrtriesen

    24.01.2019

    Rund 440 Beschäftigte stellen bei der Alzeyer Lufthansa Konzerntochter LSG Sky Food GmbH im Jahr 500.000 – 700.000 Tiefkühlmahlzeiten vornehmlich für Flugreisende der Business Class her. Tag für Tag kochen und dekorieren Beschäftigte die leckeren Häppchen für die Kundschaft on board.
    „Doch Hinter den Kulissen der Tochter des Luftfahrtgiganten soll ein Vorgesetzter seit mehreren Jahren immer wieder durch aggressives, herabwürdigendes und tätlichen Verhaltens gegenüber Frauen auffällig geworden sein,“ sagt Marko Bärschneider, zuständiger Gewerkschaftssekretär bei ver.di. "Mit einer Teilbetriebsversammlung, Anfang September letzten Jahres, ist die Hülle des Schweigens gebrochen, indem eine Produktionsmitarbeiterin - den Tränen nahe – sich traute, zumindest ansatzweise von dem zu berichten, was derzeit die Ermittlungsbehörden in einem Strafverfahren gegen den Vorgesetzen, wegen des Verdachtes der Körperverletzung, beschäftigt," ergänzt Bärschneider.

    Entsetzt über die Zustände im Umgang mit Menschen am Arbeitsplatz zeigt sich Bärschneider: „Es wurden nach Angaben unterschiedlicher Beschäftigter und nach Erkenntnissen des Betriebsrates, mehrere Frauen vom Vorgesetzten verbal und körperlich angegriffen“. Nach den Recherchen des Gewerkschafters soll es sogar Vorkommnisse gegeben haben, wonach eine Frau, welche damit beschäftigt war sog. Kürbisstreifen als Dekoration auf die Porzellanmenüteller zu legen, vom Vorgesetzten mit einem Blech attackiert und geschlagen wurde. „Selbstverständlich habe man den Sachverhalt gegenüber der Unternehmensleitung auch angezeigt und unverzügliche arbeitsrechtliche Schritte eingefordert. Die Betriebsleitung zeigte sich beim Aufklärungsprozess anfänglich bemüht, erklärte überraschenderweise aber dann, dass sich die Vorwürfe nach Befragungen der Mitarbeiter nicht bestätigt hätten. Spätestens mit einer darauffolgenden Anzeige weiterer bekannt gewordener Übergriffe, wurde eine - gelinde ausgedrückte - Aufklärungsmüdigkeit seitens der Betriebsleitung spürbar,“ sagt Bärschneider.

    Nicht nur die Strafjustiz ist derzeit mit der Aufklärung der Vorfälle beschäftigt. Auch der Betriebsrat hat zwischenzeitlich aufgrund seiner Rechercheergebnisse ein arbeitsgerichtliches Verfahren vor dem Arbeitsgericht Mainz gegen die Unternehmensleitung eingeleitet. Mit seinen Anträgen begehrt er dort das Ziel der Entfernung oder Versetzung des Vorgesetzten, um schlussendlich die Beschäftigten vor weiteren Übergriffen zu schützen. Marko Bärschneider erklärt abschließend: „Körperliche und verbale Übergriffe gegenüber Menschen sind ungeheuerliche Vorgänge, denen wir entschieden mit unserer starken Gemeinschaft entgegentreten. Wir sind froh, dass die Hülle des Schweigens gebrochen ist. Denn nur durch Zusammenhalt und Solidarität der Menschen in der Arbeitswelt, sowie den Mut Vorfälle wie diese zur Anzeige zu bringen, werden solchen Zuständen künftig keinen Millimeter Raum lassen.

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    V.i.S.d.P. sowie V.i.S.d.TMG Dennis Dacke
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