Digitalisierung

    Betriebsbesuch: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität …

    Arbeit 4.0

    Betriebsbesuch: Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    Gruppenfoto des Betriebsbesuchs bei der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz Nina Bernhardt Gruppenfoto JGU  – Gruppenfoto des Betriebsbesuchs bei der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz

    Die Digitalisierung ist im Gesundheitswesen angekommen:
    Sei es das Hightech „da Vinci”-Chirurgie-System, die digitale Überlastungsanzeige oder die elektronische Patientenakte. Welche Erleichterungen diese digitalen Hilfsmittel den Ärzten und dem Pflegepersonal bringen und welche Chancen sie für Patienten haben, davon konnten sich ver.di und Sabine Bätzing-Lichtenthäler (Ministerin für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie des Landes Rheinland-Pfalz) in  der Universitätsmedizin der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz überzeugen.

    Hightech im Operationssaal: Das „da Vinci“-System steht in einem eigens dafür eingerichteten OP-Saal und ermöglicht den ÄrztInnen hochpräzises Operieren. Die speziell geschulten Mediziner operieren millimetergenau und dank der Software-Steuerung der Instrumentenarmen des Roboters auch praktisch zitterfrei. Für die Patienten ist diese Operationsmethode besonders schonend und sie erholen sich in der Regel auch schneller von dem Eingriff.

    Krankheitsfälle, mangendes Personal – vieles kann zu Überlastungen in den verschiedenen Abteilungen führen. Auf Initiative von ver.di und dem Personalrat können die Angestellten im Intranet auf ein digitales Formular für eine Überlastungsanzeige zugreifen, dadurch soll eine vereinfachte Aufgabe möglich sein. Der/Die AbsenderIn bekommt eine Lesebestätigung seiner Überlastungsanzeige übermittelt. Die Informationen werden sofort an die Verantwortlichen weitergeben, dadurch ist eine spezifische Auswertung und ein gezielter Maßnahmenkatalog zur Behebung des Problems möglich. Aus Datenschutzgründen kann der/die Verantwortliche nur die Überlastungsanzeigen für seinen Bereich einsehen. Die digitale Überlastungsanzeige soll den Angestellten niedrigschwellig die Möglichkeit geben die Überlastungsanzeige auszufüllen. Die Papierform früher war unübersichtlicher und durch die vereinfachte Aufgabe ist sie von den Angestellten gut angenommen worden.

    In der Notaufnahme und auf der Intensivstation arbeiten das Pflegepersonal und die Ärzte mit einer für die Unimedizin entwickelten elektronischen Patientenakte. Patientendaten, die bisher an unterschiedlichen Stellen vorlagen, werden zusammengeführt und sind vor Ort und zur Zeit der Behandlung der Patientinnen und Patienten verfügbar. Dadurch geht die Patientendokumentation viel schneller und auch das Risiko von Übertragungsfehlern in diverse Akten ist ausgeschlossen. Darüber hinaus sind alle wichtigen Informationen über den Behandlungsstand oder mögliche Vorerkrankungen immer im Blick. Krankheitssymptome werden eingetragen, genauso wie die verordneten Medikamente oder Therapieformen. Das Pflegepersonal kann abklicken, welche  Ärzteanordnungen abgearbeitet wurden und eintragen, welche Pflegeschritte wie beispielsweise Körperpflege oder Bewegung erfolgt sind. Alle MitarbeiterInnen werden geschult. Die elektronische Patientenakte kann nur verwendet werden, wenn die entsprechende WLAN-Infrastruktur und Hardware vorliegt. Dies ist immer noch eine Kostenfrage. Doch was ist, wenn ein Patient beispielsweise in ein anderes Krankenhaus verlegt werden muss, kann er seine Daten einfach mitnehmen? Das ist nicht möglich, denn in Deutschland gibt es verschiedene Modelle für die elektronische Patientenakte und oftmals ist ein einfacher Datenaustausch deshalb nicht möglich. Eine politische Herausforderung ist deshalb unter anderem eine einheitliche Strategie für die elektronische Patientenakte, aber auch verpflichtende Standards für den Datenschutz der sensiblen Informationen zu erarbeiten.