Digitalisierung

    Betriebsbesuch: Saarländischer Rundfunk

    Arbeit 4.0

    Betriebsbesuch: Saarländischer Rundfunk

    Gruppenbild der Delegation beim Saarländischen Rundfunke Dennis Dacke (ver.di) Gruppenbild_SR

    „Die Feinheit, der kleinen Einheit“ sagt SR-Intendant Thomas Kleist zu Beginn des Betriebsbesuchs über den SR; über den „kleinen“ Sender im ARD-Verbund in Zusammenhang mit seinem hohen Digitalisierungsstand. Dafür gebe es keinen „doppelten Boden“ mehr und auch sonst ist es finanziell oft angespannt im Sender ergänzt der Personalrat.

    Im Anfangsgespräch zeigte sich der Intendant stolz über die vielen Feinheiten, bspw. das voll-virtuelle Studio als auch die kompakte Struktur des Senders. Die Digitalisierung ist nicht problemlos gelaufen, man habe diesen Prozess aber immer als Chance gesehen. Crossmediales Arbeiten sei ein Grundpfeiler für die moderne Arbeit Medienschaffender. Man sei sich auch seiner Vorreiterrolle im ARD-Verbund bewusst und stolz auf sie.

    Wichtiger Bestandteil der digitalisierten Arbeitswelt im Sender sei aber auch der Grundsatz, dass die jungen Leute, die beim SR anfangen, dort auch in Rente gehen können. Hier sind sich Personalrat und Intendanz einig. Es gehe neben der Veränderung der Ausbildungsberufe um eine klare Weiterentwicklung und Perspektivenschaffung für junge Menschen. Genauso wichtig sei es aber auch, die langjährig Beschäftigten zu fördern und weiterzubilden.

    „Betroffen sein ist nie ein guter Status. Die Frage ist, wie wird gestaltet,“ sagte Anke Rehlinger  Ministerin für Wirtschaft, Arbeit, Energie und Verkehr, stellvertretende Ministerpräsidentin und SPD-Vorsitzende im Saarland als eine ihrer zentralen Botschaften zur uns allen betreffenden Digitalisierung. Wie dies beim SR gestaltet wird, zeigte sich beim Rundgang durch den Sender. Im Newsroom konnte die Delegation erfahren, wie die Arbeit mit den Pressestellen optimiert wurde und die Arbeit in den einzelnen Aufgabengebieten gebündelt wird. Kritisch betrachtet wurden hier die Themen Arbeitsbelastung und Vedichtung. Das Zusammenleben sei ein neues geworden, seit der Umstellung auf den neuen Newsroom.

    Im anschließenden Besuch im virtuellen Studio wurde klar, dass sich am Beispiel des Berufs des „Kameramanns“ Arbeit nachhaltig verändere. Zwar produziere man heute immer noch bewegte Bilder – jedoch laufe, gerade im virtuellen Studio, vieles nur noch am Computer und in Programmiersprachen ab. Arbeitsabläufe und Arbeitszeiten haben sich verändert – die Freude an der Arbeit sei aber weiterhin gegeben.

    Eine weitere Station war die Netzwerkstatt, in dem auch sichtbar wurde, wie digital und crossmedial heute im Sektor gearbeitet wird.  Auch für das Jugendangebot der ARD „Funk“ wird hier gearbeitet.

    Im anschließenden Abschlussgespräch mit den Vertrauensleuten, dem Personalrat und der Ministerin wurde klar, dass die Digitalisierung fortgeschritten sei, aber auch weiterhin viel zu tun sei. Die Personalkapazitäten sind eng. „Wir haben keinen doppelten Boden mehr,“ sagt der Personalrat einhellig und zeigt auf die enge Personalsituation des SR. Vertretungen bei bspw. Krankheiten seien immer schwieriger. Die große Herausforderung sei es den Sender für potentielle Beschäftigte attraktiv zu machen und den Druck auf die einzelnen Beschäftigten zu reduzieren. Dieser Druck sei ein häufiger Grund für den überdurchschnittlichen Krankenstand. Dies zu ändern beginne bei guter Ausbildung und gehe über gute Tarife als auch gute und konkurrenzfähige Honorare für die freien Beschäftigten einher. Nur so könne man sich langfristig, auch als kleine Anstalt, etablieren.