Tarifrunde Öffentlicher Dienst 2018

    Aktion im Krankenhaus Pirmasens

    Tarifrunde ÖD 2018

    Sechs Prozent und mehr

    Besondere Forderungen der Gesundheitsarbeiterinnen
    Symbol ver.di TR ÖD Gesundheit

    Um sechs Prozent, mindestens aber 200 Euro monatlich sollen die Einkommen der rund 2,3 Millionen Beschäftigten bei Bund und Kommunen steigen, für Auszubildende und Praktikanten/innen um 100 Euro. Dieses Ziel hat die ver.di-Bundestarifkommission am 8. Februar 2018 beschlossen. Doch zugleich hat sie eine Reihe weiterer Forderungen und Erwartungen formuliert, die bei den Verhandlungen eine Rolle spielen werden. Diese betreffen zum Teil speziell die Beschäftigten im Gesundheitswesen. Am 26. Februar wurden diese Forderungen gegenüber den Arbeitgebern eingebracht. Unerfüllbar seien diese Forderungen, behaupten die Arbeitgeber. Am 12./13. März und 15./16. April werden die Verhandlungen fortgesetzt.

    Am 8. März km es zu einer Protestaktion im Krankenhaus in Pirmasens, denn ihnen ist die Forderung beileibe nicht genug. Anlass ist dei Tarifrunde des Öffentlichen Dienstes. Man steht nicht nur hinter der 6%-Forderung, man will mehr. Es gibt spezelle Forderungen für die beschäftigten im Krankenhaus.

    Nachtzuschlag auf 20 Prozent anheben

    Alle Beschäftigte bei Bund und Kommunen, die nachts arbeiten, erhalten dafür einen Zuschlag von 20 Prozent – außer in den Krankenhäusern. Diese Kolleginnen und Kollegen werden mit 15 Prozent abgespeist. Dabei weiß jeder: Die Arbeit in den Kliniken ist extrem belastend. Laut ver.di-Nachtdienstcheck betreut eine allein arbeitende Pflegekraft nachts im Durchschnitt 26 Patientinnen und Patienten. Das ist Stress pur. Dennoch sollen Krankenhausbeschäftigte weniger bekommen als andere? Schluss damit!

    Aktion in Kaiserslautern ver.di Blick nach Kaiserslautern

    Wir erwarten Gleichbehandlung
    Auch in anderen Fragen werden Beschäftigte des Gesundheitswesens ohne jeden Grund benachteiligt. So gelten die Pausen bei Wechselschicht in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen nicht als Arbeitszeit – anders als im restlichen öffentlichen Dienst. Bei einer 5-Tage-Woche sind das bei 30 Minuten Pause täglich 2,5 Stunden und im Jahr 130 Stunden, die Beschäftigte in Krankenhäusern mehr arbeiten. Der Samstagszuschlag für Beschäftigte in Krankenhäusern, die nicht in Wechselschicht arbeiten, beträgt nur 64 Cent pro Stunde – andere Kolleg/innen bei Bund und Kommunen bekommen einen Aufschlag von 20 Prozent. In der Entgeltgruppe P7 sind das 3,34 Euro statt 0,64 Euro – 2,70 Euro mehr. Und Auszubildende nach dem Berufsbildungsgesetz (BBiG) erhalten einen Lernmittelzuschuss von 50 Euro im Jahr. Auszubildende in der Pflege sind von dieser Tarifregelung ausgeschlossen. Die ver.di-Bundestarifkommission erwartet, dass in all diesen Fragen eine Gleichbehandlung hergestellt wird, auch wenn die betreffenden Tarifverträge nicht gekündigt sind und für diese Themen daher eine Friedenspflicht besteht. Gleiches gilt zum Beispiel für Verhandlungen über ein kostenloses Nahverkehrsticket für alle Beschäftigten.

    Nicht nur in Pirmasens, sondern auch in Worms, Ludwigshafen,Kusel und Kaiserslautern protestierten und informierten sich die Beschäftigten der Krankenhäuser, allein am Westpfalzklinikum nahmen über 100 Beschäftigte an einer Aktiven Mittagspause teil, wie die Rheinpfalz berichtete. Dort informierte Gewerkschaftssekretärin Sabine Schunck über den Stand der Auseinandersetzung. Eingehend auf die Forderungen insbesondere die Beschäftigten mit Wechselschicht etwas zu entlasten, führte sie unter großem Beifall aus: "ver.di erwartet, dass der Zusatzurlaub für Wechselschicht- und Schichtarbeit um 50 Prozent angehoben wird. Bei Wechselschicht könnte es dann höchstens 9 statt 6 zusätzliche freie Tage im Jahr geben, bei Schichtarbeit maximal 4,5 statt 3 Tage. Davon würden Pflegekräfte, aber auch einige Ärzte, Medizinisch-technische Assistenten und andere profitieren. Mehr Freizeit wäre ein wichtiger Ausgleich für den enormen Arbeitsstress und immerhin ein kleiner Schritt in Richtung Entlastung. Was für mich auch klar ist: Die Benachteiligung von Krankenhausbeschäftigten – zum Beispiel beim Nachtarbeitszuschlag – muss weg. Dafür gibt es keinerlei Rechtfertigung. Wichtig finde ich zudem die soziale Komponente bei der Entgeltforderung. Die Kolleginnen und Kollegen in den unteren Lohngruppen dürfen nicht weiter abgehängt werden."

    Fest stehe, so die erfahrene Gewerkschafterin die u.a. für Krankenhäuser und Kita zuständoig ist, "je mehr Kolleginnen und Kollegen bereit sind, sich für diese Positionen zu organisieren und gegebenenfalls auf die Straße zu gehen, desto mehr werden wir erreichen." Deshalb empfahl sie auf  Tarifinfos zu achten. Sie rief auf den Aktionsaufrufen der Gewerkschaft ver.di zu folgen.

    6 % wollen wir Uwe Bernhardt; Aktiv im Krankenhaus Pirmasens